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Baukasten:CO2 Nutzung

CO2 Nutzung

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Im Baustein CO2 Nutzung wird in das relativ neue Anwendungsfeld der CO2 Nutzung eingeführt. Hierzu werden ein Puzzlespiel zur Einführung und Gruppenfindung durchgeführt. Die Teilnehmenden befassen sich mit konkreten Nutzungskonzepten für CO2-Emissionen. Es handelt sich bei den Konzepten um bereits existente Unternehmen und Startups. Hierbei sollen die technischen Ansätze verstanden und potentielle Problemfelder ausfindig gemacht werden. Die dazu bereitgestellten Materialien sind ohne Vorwissen verständlich, bieten aber einen guten Einblick in das jeweils zu betrachtende Konzept. Spielerisch versetzen sich die Teilnehmenden in die Rollen der Unternehmenden. Zum Abschluss findet eine kritische Auseinandersetzung mit der Nutzung von CO2 statt. Diese wird in einer Diskussion mit realen Zitaten von Laien und Experten, sowie weiteren "Fun-Facts" und den Teilnehmenden bereits aus früheren Sitzungen bekannten Werkzeugen durchgeführt.

Titel
CO2 Nutzung - Vom Abgas zum Produkt
Thema
Nutzungsmethoden von CO2 erarbeiten, diskutieren und bewerten
Typ
Baustein, Spiel, Gruppenarbeit, "Pitch"
Schlagwörter
CO2 Nutzung, Emission, Umwelt
Lernziele

  • Analysieren und bewerten des Wechselverhältnisses von Technik und Natur
  • Darlegung der persönlichen Sichtweise des Wechselverhältnisses
  • Gewinnung interdisziplinärere Erkenntnisse
  • Erkennen von Risiken, Gefahren und Unsicherheiten und diese abwägen können
Kompetenzen
Disziplinübergreifender Erkenntnisgewinn, Kooperation, Partizipation, Perspektivübernahme, Umgang mit unvollständiger Information
Lernformen
kooperativ und faktenorientiert
Methoden
Einführungsspiel, Kleingruppentextarbeit, "Konzept-Pitch", Moderierte Großgruppendiskussion, Feedback
Gruppengröße
8 - 40 Personen
Dauer
60 min
Material und Räume
Material zur Gruppenarbeit sowie 3 Laptops/Tablets zum Abspielen der Videos in den Gruppen. Raumgröße je nach Gruppengröße.
Qualität
Die Qualität ist gut, es bedarf keiner weiteren Bearbeitung
Semester
Sommersemester 2017


Vorbereitung

Vorbereitung für die Moderation

Lektüre der Gruppenarbeitstexte und Einarbeitung in die Thematik. Zeitaufwand ca. 3 Stunden. Vertrautmachen mit dem Ablaufplan dieses Bausteins und evtl. vorab Vorbereitung eines "Probe-Pitches" ( Kohle für Kohlenstoff) um die Aufgabenstellung besser nachvollziehen zu können. Außerdem ist eine Auseinandersetzung mit den Zusatzinformationen (Zitate, Grafiken und Werkzeuge) zur reibungslosen Durchführung der Diskussion empfehlenswert.

Vorbereitung für die Teilnehmenden

Es sind keine Vorbereitungen seitens der Teilnehmenden notwendig.

Materialien und Räume

  • Tische und Stühle die für die Arbeit in Kleingruppen geeignet sind.
  • Puzzle-Teile
  • Informationen für die Kleingruppenarbeiten
  • Geldscheine zur Abstimmung
  • Zusatzinformationen für die Diskussion (Zitate, Werkzeuge)
  • Stopuhr (optional)

Ablaufplan

Vorbereitung im Raum

  • 4 Tischgruppen für die Gruppenarbeit vorbereiten. Auf den Tischen jeweils die Materialen für die Gruppenarbeit auslegen (farbige Umschläge).
  • Stuhlkreis in der Mitte des Raumes aufbauen.

00. Minute - Begrüßung

Die Moderation begrüßt die Teilnehmenden und stellt den Ablauf und Ziel des Seminartermins vor. Hierzu fragt die Moderation ob jemand der Teilnehmenden schon von CO2 Nutzung gehört hat. Falls dies der Fall ist soll der/die kurz wiedergeben, was sich darunter vorgestellt wird. Falls nicht erklärt die Moderation kurz, dass das heutige Thema von der Nutzung von CO2 als Rohstoff ist.

03. Minute - Einführungsspiel

Das Ziel des Einführungsspiels ist die Gruppeneinteilung sowie die Einführung in die Thematik. Es soll dabei erklärt werden, dass für die Nutzung von CO2 immer Energie von Nöten ist und ein Einblick in die zu erhaltenen Produkte gegeben werden. Außerdem soll die Problematik, dass dieser Ansatz nur einen Teil des CO2-Anstoßes zurückführen kann, aufgezeigt werden. Dies kann in der Abschlussdiskussion am Ende des Seminartermins nochmal aufgegriffen werden.


Die Teilnehmenden erhalten Puzzle-Teile. Diese gibt es in vier verschiedenen Farben und immer zwei Puzzleteile ergeben zusammengesteckt ein Ganzes (Ausgenommen der "Singles"). Sie tragen wahlweise die Aufschrift CO2 oder Energie. Die Teilnehmenden versuchen nun den jeweils einzigen passenden gleichfarbigen Partner im Raum zu finden. Passende Teilnehmende müssen sich mit jeweils CO2 und Energie zusammen finden um Produkte zu schaffen, welche CO2 benutzen. Passende zusammengesetzte Puzzleteile zeigen auf der Rückseite ein Produkt, welches aus CO2 hergestellt werden kann. Einige Teilnehmende werden keine Partner finden. Alle Teilnehmenden mit der gleichen Farbe bilden eine Gruppe für die folgende Gruppenarbeit. Auf diese Weise entstehen vier Gruppen. Die Teilnehmenden, die keine Partner im Raum gefunden haben, besitzen ausschließlich CO2-Teile, was ein erster Hinweis darauf sein soll, dass bei der CO2-Nutzung nicht das ganze CO2 verwendet werden kann. Einzelne Pärchen können kurz aufgefordert werden laut vorzulesen was für ein Produkt auf ihren Puzzleteilen steht, damit auch die anderen Teilnehmenden auch davon erfahren. Die Teilnehmenden finden sich anschließend in den vier Gruppen zusammen und beginnen mit der Gruppenarbeit.

10. Minute - Kohle für Kohlenstoff - Gruppenphase

Da das Konzept der CO2-Nutzung ein relativ neues ist, wird der Großteil der Innovationen in diesem Bereich von jungen und kleineren Unternehmen vorangetrieben. Der "Start-Up-Gedanke" spielt dabei eine starke Rolle. Viele spezielle Internationale Konferenzen, Summits und Tagungen ermöglichen den Start-Ups einerseits sich zu vernetzen um Ideen auszutauschen, aber andererseits auch um sich potentiellen Investorinnen und Investoren (z.B. VCs, Incubators, Banken) vorzustellen und so hoffentlich an frisches Geld zu kommen um ihre Entwicklung voranzutreiben. Um diesen Spirit der Szene umzusetzen haben wir uns folgendes Szenario ausgedacht:

Jede der Gruppen repräsentiert ein bestehendes Start-Up mit ihrer revolutionären Idee zur Nutzung von CO2. Mit den Bereitgestellten Informationen haben die Gruppen 20 Minuten Zeit um ein 2 minütigen Pitch vorzubereiten, in dem sie potentiellen Investoren ihr Produkt oder Ihre Idee vorstellen und herausarbeiten soll warum es lohnt ausgerechnet sie zu fördern. In der großen Runde stellt nun jede kleine Gruppe ihren Pitch vor. Der Rest spielt die Investor*innen.

30. Minute - Kohle für Kohlenstoff - Pitches

Die vorbereiteten Pitches der einzelnen Gruppen werden im großen Stuhlkreis vorgestellt. Den Gruppen ist es es selbst überlassen, ob eine Person aus der Gruppe stellvertretend ihr Start-Up vorstellt, oder ob mehrere Personen dies tun. Die Pitches sollten nicht länger als 2 Minuten dauern. Die alle anderen Teilnehmenden spielen dann jeweils die Investoren, welche genau überlegen müssen, in welche Ideen sie ihre begrenzte Menge an Spielgeld investieren wollen. Kritische Nachfragen über Konzept & Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit seitens der Investoren sind im Anschluss des Pitches erlaubt und dürfen kurz von der vorstellenden Gruppe beantwortet oder kommentiert werden (um im Zeitrahmen zu bleiben nur 1-2 Fragen). Nachdem alle Gruppen/Start-Ups sich vorgestellt haben und etwaige Fragen zu den Konzepten geklärt worden sind, können alle ihr Spielgeld auf die 4 Gruppen verteilen, je nachdem von welcher Idee sie am meisten angetan waren. Die Teilnehmenden können auch das Geld auch ihrer eigenen Gruppe zukommen lassen. "Gewinner" ist die Gruppe die am meisten Spielgeld am Ende erhalten hat.

45. Minute - Beginn der Abschlussdiskussion

Schon zu Beginn des Bausteins wurde beim Puzzle-Spiel darauf hingewiesen, dass niemals der gesamte CO2-Ausstoß verwertet werden kann. Diese Problematik soll vertieft diskutiert werden. Hierzu erhalten die Teilnehmenden verschiedene Werkzeuge des Blue-Engineering-Seminars sowie Zitate einer Studie zur Akzeptanz von Produkten, die unter Verwendung von CO2 produziert wurden. Der/die Moderator/in bittet die Teilnehmenden sich ein Werkzeug oder Zitat zu nehmen und dazu Stellung zu nehmen. Die Sinnhaftigkeit des Ansatzes von CO2-Nutzung, seine Grenzen in der Umsetzung und Chancen für die Zukunft sollen Thema der abschließenden Diskussion werden.

Folgende Leitfragen können verwendet werden, um die Diskussion zu leiten, diese lassen sich auch mit den bereitgestellten Schaubildern zusammenbringen, um einen Bezug herzustellen:

  • "Auf dem Boden findet ihr ausgebreitet einige Werkzeuge und Zitate. Was haltet ihr von den heute kennengelernten Technologien? Könnt ihr diese auf die Zitate/Werkzeuge beziehen? Nehmt auch gerne zu einem Zitat stellung, was nicht eure Meinung widerspiegelt."
  • "Nur 10% des Ausstoßes von CO2 können potenziell genutzt werden. Wie würdet ihr die Technologie jetzt einschätzen? Setzt sie dann nicht vielleicht den falschen Anreiz?" *
  • "Wenn wir uns die Grafik * anschauen, welche die Entwicklung des CO2-gehalts der letzten 350.000 Jahre anschauen, sehen wir einen starken Anstieg durch die Industrialisierung. Müssten nicht alle Mittel genutzt werden um diesen Einfluss des Menschen abzuschwächen oder besser noch rückgängig zu machen?"
  • "Heute haben wir eine Technische Lösung kennengelernt- also eigentlich ein Beispiel für den Baustein “Technik als Problemlöser”. Könntet ihr euch hier auch eine Gesellschaftliche vorstellen?"
  • "Ihr durftet heute auch mit Spielgeld entscheiden in welches der vorgestellten Unternehmen ihr investieren würdet. Glaubt ihr Investoren mit ihrem Geld hätten sich anders entschieden? Investoren investieren nur wenn sie etwas zurückbekommen? Setzt dies Falsche Anreize in der Branche?"
  • "Sollte es andere Mechanismen geben für die Investition in Grüne Unternehmen"

*Hier können die bereitgestellten Grafiken verwendet werden, um den Bezug herzustellen.


Für den Baustein wurde außerdem ein Werkzeug entworfen, welche ein Ergebnis der Sitzung zusammenfasst und zum nachdenken anregen soll. Es kann mit folgendem Zitat ausgelegt werden:

"Klein-φ macht auch Mist" - φ(phi) beschreibt in der Chemie den Volumenanteil eines Gases in einem Gasgemisch z. B. CO2 in der Atmosphäre. Um Probleme zu lösen kann oder muss nicht immer eine Gesamtlösung gefunden werden, auch viele kleine Anteile/ Einsparungen können in der Summe eine große Wirkung haben.

HINWEIS: Im Download-material zum Baustein befinden sich eine ausführliche Darstellung der für die Diskussion passenden Zwischenfragen. Außerdem ist dort eine ausführlichen Beschreibung der Diskussion vom 20. Juni 2017 zu finden.

60. Minute - Ende

Die Moderatoren bedanken sich bei den Teilnehmenden und klären offene Fragen. Informationsquellen zur eigenen weiteren Themenerarbeitung werden den Teilnehmenden genannt. Organisatorische Abkündigungen.

Hinweise und Anmerkungen.

Von den Verfasser_innen.

  • Strenger Zeitkontrolle bei den Pitches mit Hilfe Stopuhr / Wecker. Gegebenenfalls Abbruch des Pitches bei großer Zeitüberschreitung von 2 Minuten

Gekürzte Variante.

Der Baustein dauert nur 60 Minuten. Falls die Zeit weiter gekürzt werden muss, können einzelne Elemente ausgelassen werden.

Vorschläge
  • Videos in der Gruppenarbeit nicht abspielen
  • Anzahl der Gruppen auf 3 StartUps reduzieren
  • Nach den Pitches die Abstimmung mit dem Spielgeld weglassen.

Materialien zur Durchführung.

Folgende Materialien werden in digitaler und analoger Form übergeben:

  • 4 Info Pakete für die 4 Gruppen (Alle enthalten eine allgemeine Aufgabenstellung und allgemeine CO2 Informationen sowie unterschiedliche, gruppenspezifische Informationen zu den jeweiligen Start Ups)
  • Diskussionsbegleitendes Material (Zitate, Schaubilder und neues Werkzeug)

Folgende Materialien werden in analoger Form übergeben:

  • Puzzleteile für Anfangsspiel
  • Spielgeld

Literaturhinweise und Quellen.

Literatur:

Start-Ups: