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Baukasten:Cradle 2 Cradle

Cradle 2 Cradle

Cradle-to-cradle.jpg


Zunächst wird mittels einer Fragestellung und einem Brainstorming das Konzept von Cradle 2 Cradle erarbeitet. Anschließend setzen sich die Teilnehmer in Kleingruppen mit dem Produktdesign nach diesem Konzept auseinander. Jede Gruppe erarbeitet ein Produkt aus einer anderen Branche. Es gibt eine Abschlussdiskussion, in der die Teilnehmer den Baustein reflektieren und sich kritisch mit Cradle 2 Cradle auseinandersetzen.

Titel
Cradle 2 Cradle
Thema
Cradle 2 Cradle, Produkte gestalten die nicht weniger schlecht, sondern gut sind.
Typ
Baustein
Schlagwörter
Cradle 2 Cradle, Nachhaltigkeit, Produktdesign, Kreislaufwirtschaft
Lernziele
Verstehen des Cradle 2 Cradle-Prinzips; Vertiefen durch die Auseinandersetzung in Gruppenarbeit und Diskussion
Kompetenzen
Disziplinübergreifende Erkenntnisgewinnung, Partizipation, Motivation, moralisches Handeln und eigenständiges Handeln
Lernformen
kooperativ
Methoden
Brainstorming, Arbeit in Kleingruppen mit anschließender Präsentation, große Diskussionsrunde
Gruppengröße
8 - 30 Teilnehmer*innen
Dauer
60 Min. (leicht ausbaubar auf 90 Min.)
Material und Räume
Laptop, Lautsprecher und Beamer zum zeigen eines Videos, Faktenkarten, Leitfaden zur Umsetzung von Cradle 2 Cradle, Arbeitsblätter, Plakate und Stifte
Qualität
Welche Qualität hat der Baustein? Bedarf es einer Überarbeitung?
Semester
WiSe 17/18


Vorbereitung

Vorbereitung für die Moderation

Jeder der moderiert sollte mit dem Ablaufplan vertraut sein. Die Person, die den Pitch von Thomas Rau durchführt, sollte den Text möglichst auswendig lernen, damit der Vortrag authentisch wirkt.

Vorbereitung für die Teilnehmenden

Keine.

Materialien und Räume

Laptop, Lautsprecher und Beamer sollten aufgebaut und bereit sein, das Video abzuspielen, im Raum sollten 2 - 5 Gruppenarbeitstische angeordnet werden (je nach erwarteter Teilnehmerzahl, ca. 5 Personen pro Tisch), die Faktenkarten, die Leitfäden zur Umsetzung von Cradle 2 Cradle und die Arbeitsblätter können vorher auf den Tischen verteilt werden. Die Aufgabenstellung für das Brainstorming kann an die Tafel geschrieben werden, alternativ kann auch ein T-Shirt und ein Schraubenzieher an die Tafel gemalt werden.


Ablaufplan.

00. Minute - Begrüßung und Vorstellen des Szenarios

Die Teilnehmer werden von einem der Moderator*innen begrüßt. Das Szenario für den Baustein ist eine Konferenz für nachhaltiges Wirtschaften unter dem Motto “Gemeinsam eine nachhaltige und ressourcenschonende Wirtschaft gestalten.” Die Moderator*in kann dieses Szenario mit den Worten "Stellt euch nun vor, dass ihr nicht mehr an der TU seid..." o.Ä. einleiten. Anschließend werden die anderen Moderator*innen vorgestellt und der Ablauf kurz dargestellt, damit die Teilnehmenden wissen was auf sie zukommt. Wichtig ist, dass das Szenario der Konferenz nicht nur für die Teilnehmenden gilt, sondern auch für die Moderatoren.

02. Minute - Vorlesen der Faktenkarten

Jede Gruppe hat 2-3 Faktenkarten. Diese werden von den Teilnehmenden nacheinander vorgelesen.
Hinweis: In fünf Minuten können maximal 20 Fakten vorgelesen werden.


07. Minute - Brainstorming

Es gibt zwei Fragen:
1. Wie muss ein T-Shirt gestaltet werden, damit es zu keinem Zeitpunkt Müll verursacht?
2. Wie muss ein Schraubenzieher gestaltet werden, damit er zu keinem Zeitpunkt Müll verursacht? Die Fragen können auf eine Tafel geschrieben, oder mündlich gestellt werden. Jede Gruppe bekommt eine der beiden Fragen zugeordnet. Die Teilnehmer bekommen nun eine Minute Zeit um darüber alleine zu brainstormen. Nach der Minute können sich zunächst die Teilnehmenden die sich mit dem T-Shirt beschäftigt haben äußern, anschließend die, die sich mit dem Schraubenzieher beschäftigt haben.

10. Minute - Zeigen des Videos

Mit Hilfe der oben genannten Materialien wird folgendes Video abgespielt: https://www.youtube.com/watch?v=QMsF1P-_vW

16. Minute - Vorstellung und Einführung/Erklärung des II. Teils

Eine Moderator*in leitet den Workshop ein, zum Beispiel mit folgenden Worten:
"Hallo mein Name ist [Name des Vortragenden aus dem Team] . Ich werde den Innovations Workshop moderieren und zusammen mit Euch in die Praxis des C2C eintauchen . In diesem Teil könnt ihr euch auf viele innovative Ideen freuen und sogar selbst aktiv werden. Haltet daher eure Ohren steif und bringt euch mit ein! Zur Eröffnung des Workshops haben wir Thomas Rau von Turn-to eingeladen, der euch heute einen Pitch über das neue Finanzierungsmodell für Rohstoffmanagement halten wird. Bitte einen großen Applaus für Thomas Rau[die Rolle übernimmt einer aus dem Team]."

17. Minute - Vorstellung von erfolgreichen C2C Anwendungen als Pitch

Eine Moderator*in versetzt sich in die Rolle einer Unternehmer*in, die bereits erfolgreich Produkte nach dem Cradle 2 Cradle-Prinzip umgesetzt hat und berichtet davon in einem Pitch (Wichtig dabei ist die Authentizität).
Ein Beispielpitch ist in der Cloud zu finden.

20. Minute - Gruppenarbeit - C2C Idee erstellen

Jede Gruppe bearbeitet die Aufgabenstellung, die ihnen durch das Arbeitsblatt zugewiesen wird und gestaltet ein Plakat. Ziel der Gruppenarbeit ist es die Ergebnisse in einem zweiminütigen Pitch zu präsentieren.

35. Minute - Vorstellung Gruppenarbeit in 2-Minuten-Pitches

Jede Gruppe stellt kurz ihre Aufgabe und die zugehörige, entwickelte Produktidee vor. An jede Gruppe können anschließend ein oder zwei Fragen von den Moderator*innen und Teilnehmer*innen gestellt werden.

45. Minute - Abschlussdiskussion

Die Teilnehmer bleiben an den Gruppentischen, falls genug Platz vorhanden ist, ist ein Stuhlkreis sinvoller.

Feedback zur Gruppenarbeit

Wo hattet Ihr Probleme?
Was ließ sich gut umsetzen?
Welche Ideen anderer Gruppen haben euch gefallen?

Offene Diskussionsrunde (Allgemeine Fragen)

Wo seht ihr Grenzen von Cradle 2 Cradle?
Für welche Produktkategorien ist es gut anwendbar, bei welchen eher nicht?
Wo seht ihr Ausbaubedarf?
Glaubt ihr, dass es aus ökonomischer Sicht Vorteile/Nachteile bringt?
Wie schätzt ihr die Resonanz der Konsumenten ein?
Vor welchen Hindernissen steht der Markt?
Nehmt ihr von dem heute gelernten etwas mit in euer weiteres Studium/Arbeit?


Hinweise und Anmerkungen.

Der Baustein kann ebenfalls in einem anderen Rahmen/Szenario durchgeführt werden.


Materialien zur Durchführung.

Fakten für die Faktenkarten

  • Der Anteil von PCB (polychlorierte Biphenyle) im Blut von Eisbären ist in den vergangenen zehn Jahren um 60% angestiegen. Mittlerweile ist PCB verboten.
    The Upcycle, (S.39)
  • Ein Baum produziert ununterbrochen positive Emissionen, da er wachsen will. Er will immer mehr CO2 verbrauchen um immer mehr Sauerstoffe zugunsten anderer Lebewesen abzugeben, und weiter zu wachsen, und so weiter.
    The Upcycle, (S.44)
  • 52% des anthropogenen CO2, das seit 1850 erzeugt wurde, befindet sich in der Atmosphäre, während die andere Hälfte von unseren Ozeanen absorbiert wurde und deren Versauerung bewirkt.
    The Upcycle, (S. 50)
  • Aufschrift auf einem Sack Pellets: Warnung: Die Verbrennung dieses Produkts führt zu Emissionen von Kohlenstoffmonoxid, Ruß und anderen Verbrennungsnebenprodukten, von denen der Staat Kalifornien weiß, dass sie Krebs und eine Störung des Reproduktionssystems auslösen können. Dieses Produkt ist nicht für menschlichen und tierischen Konsum geeignet.
    The Upcycle, (S. 52)
  • Eine Fleece-Jacke, die aus PET-Flaschen hergestellt wurde, welche wahrscheinliche Antimon und andere gesundheitsschädliche Stoffe enthalten, und die zusätzlich mit einem Reißverschluss aus Nylon und Druckknöpfen aus Metall Die EU hat sich das Ziel gesteckt, bis 2020 den Energiebedarf zu 20% aus erneuerbaren Energien zu decken. Unter anderem sollte dazu der Import von Palmöl aus Indonesien beitragen, dass als Biokraftstoff eingesetzt werden sollte. Die beschleunigte Rodung der indonesischen Regenwälder trug zu einer erhöhten Emission an Treibhausgasen bei.
    The Upcycle, (S.102)
  • Seit der Gründung der Vereinigten Staaten hat das Land Schätzungen zufolge 75% seiner Humusschicht verloren. Ein Großteil davon ist den modernen Anbaumethoden zuzuschreiben: Monokulturen, zu häufiges Fräsen und Versalzung. Schätzungen zufolge gehen in den Vereinigten Staaten mit jedem Zoll Humus sechs Prozent dversehen wird, kann kaum noch recycelt werden.
    The Upcycle, (S. 60)
  • „Die gelblichen Kartoffel- oder Zwiebelsäckchen enthalten das hochgiftige Bleichromat und landen ebenso im gelben Sack wie der Joghurtbecher mit Aluminiumdeckel und der Tetrapack mit Alu-Innen- und Plastik-Außenbeschichtung.“ Dadurch ist sortenreines Trennen nicht mehr möglich und die Materialien verlieren an Qualität und Wert.
    The Upcycle
  • PFT (Perfluorierte Tenside) sind industriell hergestellte organische Verbindungen, die hauptsächlich in der Textil- und Papierherstellung Verwendung finden. Die Chemikalien werden inzwischen weltweit in Boden-, Wasser- und Nahrungsproben nachgewiesen. Herkömmliche Kläranlagen können PFT nicht abbauen. Es gilt als krebserregend.
    (https://de.wikipedia.org/wiki/Perfluorierte_Tenside)
  • Weltweit werden etwa 40% des Mülls in offenen Feuern verbrannt und geben enorme Mengen an Treibhausgasen und hochgiftigen Partikeln in die Atmosphäre ab.
    (http://www.natur.de/de/20/Luftverschmutzung-durch-Muellverbrennung-schlimmer-als-gedacht,1,,1502.html)
  • Textilien werden inzwischen mit etwa so viel Chemikalien behandelt wie sie wiegen. Die meisten davon sind gesundheits- und umweltschädlich. Innerhalb der EU sind viele inzwischen verboten oder haben Grenzwerte, dies gilt jedoch nicht für importierte Waren.
    (https://www.zentrum-der-gesundheit.de/textilien-giftstoffe-ia.html)
  • Bei der Herstellung von Kleidung werden neben giftigen Farbstoffen und Weichmachern auch so genannte NPE‘s (Nonylphenolethoxylate), die für Wasserlebewesen giftig sind, verwendet. 2011 hat Greenpeace die Abwässer zwei führender chinesischer Textilfabriken sowie 148 Kleidungsstücke untersucht und NPE und andere Chemikalien gefunden. Inzwischen haben große Modeunternehmen wie Adidas, Puma, Nike, Levi‘s, Zara, H&M...eine Detox-Kampagne gestartet und wollen bis 2020 alle Giftstoffe aus ihrer Produktion verbannen.
    (https://www.zentrum-der-gesundheit.de/textilien-giftstoffe-ia.html )
  • Bei der Herstellung von Kleidung werden neben giftigen Farbstoffen und Weichmachern auch so genannte NPE‘s (Nonylphenolethoxylate), die für Wasserlebewesen giftig sind, verwendet. 2011 hat Greenpeace die Abwässer zwei führender chinesischer Textilfabriken sowie 148 Kleidungsstücke untersucht und NPE und andere Chemikalien gefunden. Inzwischen haben große Modeunternehmen wie Adidas, Puma, Nike, Levi‘s, Zara, H&M...eine Detox-Kampagne gestartet und wollen bis 2020 alle Giftstoffe aus ihrer Produktion verbannen.
    https://www.zentrum-der-gesundheit.de/textilien-giftstoffe-ia.html
  • Etliche Kosmetik- und Körperpflegeprodukte sind mit Kunststoffen angereichert; sie dienen als Schleifmittel oder verbessern Glanz und Konsistenz. Die Teilchen sind oft zu klein um von den Kläranlagen herausgefiltert zu werden und gelangen so ins Grundwasser und Meer.
    (https://www.greenpeace.de/themen/endlager-umwelt/plastik-kosmetik )
  • Getränkekartons wie TetraPack bestehen aus bis zu 46 % Polyethylen (Plastik). Recycelt werden gerade mal 36,5 % aller Getränkekartons. Außerdem bilden sie keinen geschlossenen Kreislauf. Für die Herstellung eines Getränkekartons werden stets neue Rohstoffe verwendet.
    (http://www.duh.de/uploads/media/Hintergrundpapier_Getr%C3%A4nkekartons_161114.pdf )
  • Desso hat als erstes Unternehmen einen Teppich entwickelt, der keinerlei Giftstoffe enthält und bis zu 100% recycelt wird. Der Teppichrücken besteht nicht aus dem üblichen Bitumen sondern aus Polyolefin. Die Teppichfasern bestehen aus ECONYL Nylon. Beide Komponenten werden im Produktionsprozess von Desso zu 100% recycelt wird.
    (Desso.ch)
  • Eine Gummiente im Staat Kalifornien enthält folgende Warnung: Dieses Produkt enthält Chemikalien, von denen der Staat Kalifornien weiß, dass sie Krebs, Geburtsfehler und andere reproduktive Schäden verursachen.
    (TED-Talk William McDonough)
  • 2014 sind weltweit 41,8 Mio.t Elektroschrott angefallen. Etwa ein Viertel dieser Menge gelangt illegal nach Asien und Afrika, wo die Geräte ohne Schutzvorrichtungen ausgeschlachtet und somit Mensch und Umwelt giftigen Stoffen ausgesetzt werden. In Deutschland landet etwa die Hälfte des Elektroschrotts vorschriftsmäßig auf dem Recyclinghof.
    (Statista.com, derwesten.de)
  • In Deutschland werden über 90% der Plastikabfälle eingesammelt, jedoch gerade mal 43% davon auch recycelt. Der Rest landet in Müllverbrennungsanlagen und dient der sogenannten „energetischen Verwertung“.
    (Sueddeutsche.de)
  • Um ein Haus zu bauen benötigt man 30.300 l Gas, womit man auch 6 mal um die Erde fahren könnte.
    (TED-Talk Kevin Surace)
  • Jedes Jahr verlieren wir 4000 – 6000 mal mehr Humus als wieder aufgebaut werden kann. In Brasilien und Haiti gibt es Biomasse-Anlage, die Abwasser mit Hilfe natürlicher Prozesse in Humus, Dünger, Biogas und sauberes Abwasser wandeln.
    (TEDxRheinMain: Cradle to Cradle, greenpeace-magazin.de)
  • Die Hälfte aller Abwasserprobleme weltweit entstehen durch die Textilindustrie.
    (TEDxRheinMain: Cradle to Cradle)
  • PVC-Weichmacher wirken im Körper wie Hormone und können unfruchtbar machen. Trotzdem sind sie nach wie vor in vielen Produkten, wie Bodenbelägen, Raufasertapeten oder Mikrofonkabeln zu finden.
    (Die nächste industrielle Revolution: Die Cradle to Cradle -Community)
  • In einer der größten europäischen Chrom-Chemikalienfabrik wurden nur Männer über 50 eingestellt, da es im Durchschnitt etwa 20 Jahre dauerte, bis die mit Chrom in Berührung kommenden Arbeiter an Krebs erkrankten. Daran konnten auch die Gasmasken, welche bei der Arbeit getragen wurden, nichts ändern.
    (Die nächste industrielle Revolution: Die Cradle to Cradle -Community)
  • Die Schweizer Firma Rohner Textil und ein Möbelbezugsstoffhersteller haben einen Stoff namens Climatex entwickelt, der als biologischer Nährstoff gefahrlos in die Erde zurückgeführt werden kann.
    (Die nächste industrielle Revolution: Die Cradle to Cradle -Community)
  • Das Unternehmen Trigema hat ein kompostierbares T-Shirt entwickelt. Größtes Hindernis waren die Farbstoffe, welche oft Schwermetalle oder andere Toxine enthalten. Das T-Shirt wird heute in vielen Farben produziert, welche genauso dauerhaft sind wie konventionelle gefärbte Produkte.
    (Die nächste industrielle Revolution: Die Cradle to Cradle -Community)

  • Hier klicken um zum Arbeitsblatt zu gelangen

    Literaturhinweise und Quellen.

    Bücher

    Buch: “Die nächste industrielle Revolution: Die Cradle to Cradle-Community”; Michael Braungart, William McDonough; EVA Europäische Verlagsanstalt GmbH u. Co. KG; 2008 Buch: “The Upcycle”; Michael Braungart, William McDonough;

    Weblinks