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Baukasten:Gerechtigkeit nach John Rawls

Gerechtigkeit nach John Rawls

Gerechtigkeit-rawles.jpg


In diesem Baustein geht es vorrangig um die Gerechtigkeitssituatuion in der sozialen Welt und um die Gerechtigkeitstheorie von John Rawls. Mittels kleinen Schritten in kleinen Gruppen wird an das große Thema Gerechtigkeit herangeführt. Ziel ist es am Ende die Gerechtigkeitstheorie nach Rawls vorzustellen und kritisch zu betrachten bzw. zu diskutieren. Dabei soll im Verlauf selbst der Gerechtigkeitssinn geschärft werden und die Teilnehmenden sollen sich selbst Gedanken um eine eigene Hypothese machen, die ihrer Meinung nach gerecht sind.

Titel
Gerechtigkeit nach John Rawls
Thema
Soziale Gerechtigkeit anhand der Gerechtigkeitstheorie von John Rawls.
Typ
Baustein
Schlagwörter
soziale Gerechtigkeit, Gerechtigkeitstheorie, John Rawls, Schleier des Nichtwissens, Gerechtigkeit
Lernziele
Kurze Beschreibung der Lernziele. Bitte an den Lernzielen des Seminars orientieren.
Kompetenzen
1) Persepektivübernahme; 2) disziplinübergreifende Erkenntnisgewinnung; 3) Bewältigung individueller Entscheidungsdilemmata; 4) Partizipation; 5) Reflexion auf Leitbilder; 6) moralisches Handeln; 7) eigenständiges Handeln; 8) Unterstützung anderer
Lernformen
kreativ (Kreativität anregen, Eigenaktivität fordern, Ergebnismöglichkeit bieten); kooperativ (kooperieren, kommunizieren, Gemeinschaftsgefühl stärken, künstlerische Interessen); faktenorientiert (Fakten und Werte vermitteln, Probleme analysieren)
Methoden
Frontal in Form von kurzen Vorträgen; Gruppenarbeit (selbst erarbeiten), Diskussion, gerade besprochenes zu Papier bringen und kurz Präsentieren, neues Werkzeug
Gruppengröße
Mindestens sollten 12 Personen Teilnehmen, nach oben ist es nur durch die Raumgröße und die vorgrgebene Zeit beschränkt, da jede Gruppe vorstellen sollte, was sie erarbeitet hat.
Dauer
Der Baustein ist auf 60 Minuten ausgelegt, kann aber ohne Probleme länger gestaltet werden, da der Dikussionsbedarf bei diesem Thema rcht groß ist.
Material und Räume
Zur Durchführung wird ein Beamer benötigt, dazu Kreide und (falls benötigt) genügend Handouts. Außerdem werden mehrere A3-A2 Blätter benötigt und die Werkzeugkarte "Schleier des Nichtwissens". Der Punkt Download wird automatisch eingefügt und verweist immer auf die gleiche Seite.
Qualität
In 60 min ist dieser Baustein etwas knapp, dennoch gut zu schaffen, wenn man die Themen etwas konkretisiert, bzw. eingrenzt. für 90-120 min wäre der Baustein optimal.
Semester
Sommersemester 2018


Vorbereitung

Vorbereitung für die Moderation

  • Auseinandersetzen mit der Theorie von John Rawls, insbesondere mit seinem Werkzeug, dem "Schleier des Nichtwissens"
  • generelle Recherche zu dem Thema Gerechtigkeit und seine Theorien, auch zu den ersten Ansätzen in der Geschichte
  • Auseinandersetzten mit Problemen der Gerechtigkeit in der Welt (oder nur beschränkt in Deutschland) und sammeln dieser

Vorbereitung für die Teilnehmenden

Eigentlich ist keine Vorbereitung durch die Teilnehmenden notwendig, allerdings wäre es hilfreich, wenn sie sich vorher schon Gedanken machen können, was für sie Gerechtigkeit ist, welche Probeleme sie sehen oder erlebt haben und überlegen, wie eine gerechte Gesellschaft für sie aussehen würde.

Materialien und Räume

Benötigt werden:

  • ein Beamer
  • Kreide
  • ein paar A3-A2 Blätter
  • Stifte für die Plakate
  • Werkzeugkarte "Schleier des Nichtwissens"
  • Problemkarten (für die Gruppenphase)

Ablaufplan

1. Frage: „Was versteht ihr unter Gerechtigkeit?“ und anhand von Wortmeldungen an der Tafel Begriffe sammeln + 2 Definitionen alter Philosophen

          a.	Unterstreichen der Probleme
          b.	Halbkreis vor der Tafel
          c.	10 min

2. Welche Probleme gibt es in unserer Gesellschaft mit Gerechtigkeit? (Ziel: soziale Gerechtigkeit) 4 Gruppen in denen Situationen der Ungerechtigkeit besprochen werden

          a.	Augenmerk auf der sozialen Gerechtigkeit
          b.	Probleme aufschreiben (A3-A2 Blatt)
          c.	Noch nicht vorstellen
          d.	Falls keine Ideen -> Karte mit Problem in die Gruppe geben
          e.	10-15 min

3. Gedankenspiel „Schleier des Nichtwissens“ in den kleinen Gruppen -> Thesen für gerechte Gesellschaft erstellen und ebenfalls aufschreiben

         a.	gleiche Gruppen
         b.	Werkzeugkarte: „Schleier des Nichtwissens“
         c.	Aufschreiben der Grundsätze (A3-A2 Blatt)
         d.	Einer aus jeder Gruppe den anderen Gruppen Vorstellen (Probleme und Theorien)
         e.	15 min

4. Vorstellen der Theorie von John Rawls

         a.	Rest der Zeit

5. Diskussion/ Feedback (empfohlen, falls die Zeit reicht)

6. Evtl. Handout für die Gerechtigkeitstheorie

7. Schlussworte


Vorbereitung im Raum

  • Halbkreis vor der Tafel aufbauen.
  • Kreide bereitlegen
  • Beamer aufbauen
  • 3-4 (je nachdem, wie viele Teilnehmer) Gruppentische zusammenschieben in der hinteren Hälfte des Raumes

00. Minute - Begrüßung und Ankündigungen.

Die Moderation begrüßt die Teilnehmenden und stellt das Thema und den groben Ablauf des Bausteins vor.

02. Minute - Auseinandersetzen mit dem Gerechtigkeitsbegriff

Die Teilnehmenden sitzen in einem Halbkreis um die Tafel. Es wird die Frage in den Raum gestellt, was unter Gerechtigkeit verstanden wird. Dabei wird das Augenmerk besonders auf die Probleme der sozialen Gesellschaft gerichtet, allerdings ist keine Wortmeldung falsch, es wird alles gesammelt!

Die Leiter sammeln die Bergiffe an der Tafel, können auch Begriffe einwerfen, die die Teilnehmenden zu weiteren Ideen bringen.

05. Minute - Gerechtigkeit in der Geschichte

Es folgt ein kurzer Vortrag von den Leitenden zu den ersten Philosophen, die sich mit dem Begriff gerechtigkeit auseinandergesetzt haben (ca. 2-3). Dies soll einen groben Überblick dazu geben, wie tief Gerechtigkeit in unserer Geschichte verankert ist und wie früh die Menschen schon begriffen haben, wie wichtig diese ist.

10. Minute - Probleme der Gerechtigkeit in der heutigen Gesellschaft

Nun wird per Durchzählen die Teilnehmer in Gruppen aufgeteilt (mindestens 3 mit bestenfalls 4-5 Personen pro Gruppe), welche sich auf die zuvor zusammegschobenen Tische aufteilen. Hier soll nun über Probleme der Gerechtigkeit in der Gesellschaft Gesprochen werden, genauer über Situationen der Ungerechtigkeit aus Alltag oder schon erlebten. Das Hauptaugenmerk soll dabei auf der sozialen Gerechtigkeit liegen (bei mehr Zeit gerne auch weitere Themen oder generelle Probleme).

Die Gruppen sollen ihre gefunden Punkte Stichpunktartig auf die A3-A2 Blätter schreiben, diese allerdings noch nicht vorstellen (kommt später).

Falls nun eine Gruppe überhaupt keine Ideen hat, werden von den Leitenden die zuvor vorbereiteten Karten mit den Problemen in die Gruppen gegeben, sodass Diskussionen zustandekommen und Ideen aufblitzen können.

Hierbei ist wichtig, dass die Leiter die Gruppen gut beobachten und auch in die Gespräche der Gruppen reinhören, um im Falle Denkanstöße zu geben.

20.-25. Minute - Gedankenspel "Schleier des Nichtwissens"

Hier wird zuerst von den Leitenden der von Rawls eingeführte "Schleier des Nichtwissens" erläutert. Es sollte danach alle klar sein, wie dieses Werkzeug funktioniert, da auf Grundlage dessen weiter in den Gruppen gerarbeitet wird.

Die neue Werkzeugkarte wird ausgeteilt und anschließend sollen die Gruppen Thesen bzw. Grundsätze für eine gerechte Gesellschaft erstellen in dem sie sich in das Gedankenexpirement des "Schleier des Nichtwissens" begeben. Die gefundenen Ansätze werden wieder auf ein Plakat geschrieben. Die Gruppen bleiben dazu bestehen. Falls keine Ideen entstehen sollten, kann von den Leitenden auf die zuvor aufgeschreibenen Probleme verwiesen werden, wofür dann mit den Thesen eine Lösung gefunden werden könnte.

Im Anschluss stellt eine Person aus jeder Gruppe zuerst die zuvor gesammelten Probleme vor und dazu noch die eben erarbeiteten Grundsätze einer gerechten Gesellschaft.

40. Minute - Vorstellen der Theorie von John Rawls

Jetzt ist es an der Zeit, die von John Rawls erstellte Gerechtigkeitstheorie zu erklären. Dies geschieht durch einen kurzen Vortrag durch die Leitenden. Dazu sollte die PowerPoint- Präsentation (also auch der Beamer) genutzt werden, um das gesagte zu veranschaulichen.

50. Minute - Diskussion, Feedback und Schlussworte

Es folgt nun eine Diskussionsrunde im Stuhlkreis. Hierzu wird nach der Meinung und Umsetzbarkeit der Theorie von Rawls gefragt.

Falls die Zeit es zulässt, kann nun noch eine Feedbackrunde durchgeführt werden: was hat den Teilnehmern gefallen, was nicht. Gibt es Anmerkungen oder Verbesserungsvorschläge?

Abschließend wird für die Teilnahme gedankt und die Teilnehmer werden verabschiedet.

Falls vorhanden wird das Handout noch ausgeteilt.

Diskussionspunkte und -fragen

Folgende Punkte können nach den einzelnen Szenarien in der Großgruppe diskutiert werden:

  • Wie findet ihr denn Rawls Theorie der Gerechtigkeit?
  • Was sagt ihr denn zu Rawls "Urzustand"?
  • Seht ihr Probleme/ habt ihr Kritik an seiner Theorie?
  • Ist seine Theorie nachvollziehbar und schlüssig?
  • Kann man Ralws gerechte Gesellschaft mit unserer jetzigen vergleichen? Seht ihr Parallelen?
  • Inwiefern stimmen eure Ansätze für eine gerechte Gesellschaft mit denen von John Rawls überein?

Literaturhinweise und Quellen.