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Baukasten:Kohleausstieg in der Lausitz

Kohleausstieg in der Lausitz

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Die Teilnehmenden sollen sich mit dem Kohleausstieg in der Lausitz durch das TING-D Modell auseinandersetzen. Nach einer kurzen Einstimmung in das Thema mit Video und Fakten betrachten kleine Gruppen das Thema aus den Perspektiven des TING - Technik, Individuum, Natur und Gesellschaft. Hierzu gibt es an jedem Tisch spezifische Quellen und Aufgaben. Anschliessend werden die Gruppen durchmischt und man führt eine Diskussion über die Bereiche hinaus, wobei jede*r zuerst die Argumente aus ihrem/seinem Bereich präsentiert. Als Abschluss entwirft jeder Tisch einen Wahlspruch für eine fiktive Landtagswahl in Brandenburg oder Sachsen zum Thema Kohleausstieg, der möglichst viele Wähler*innen anlocken soll. So wird auch die Demokratie des TING-D hinzugeführt und ein Konsens entwickelt. Als weiteren Bonus gibt es einen Instagram-Wissensspeicher, der über die Jahre mit aktuellen Entwicklungen zum Thema Braunkohle(-ausstieg) weiterentwickelt werden kann.

Titel
Kohleausstieg in der Lausitz
Thema
Betrachtung des Themas Kohleausstieg anhand des Beispiels Lausitz aus den verschiedenen Blickwinkeln des TING-D und Versuch einer Konsensentwicklung.
Typ
Baustein
Schlagwörter
Kohleausstieg, Lausitz, TING-D, Kleingruppendiskussion
Lernziele
Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema Kohleausstieg durch Betrachtung aus verschiedenen Blickwinkeln, anschliessende Diskussion und Versuch der Konsensentwicklung
Kompetenzen
Perspektivübernahme, disziplinübergreifende Erkenntnisgewinnung, Kooperation, Partizipation, moralisches Handeln
Lernformen
kooperativ, faktenorientiert
Methoden
Kleingruppendiskussion, kreatives Erstellen eines Wahlspruchs
Gruppengröße
12-24
Dauer
60 Minuten
Material und Räume
Beamer und Lautsprecher, 4 Tische, Material für Wissensspeicher, 1 A3-Blatt
Qualität
Welche Qualität hat der Baustein? Bedarf es einer Überarbeitung?
Semester
WS 2017/18


Vorbereitung

Vorbereitung für die Moderation

Rollenaufteilung: für jeden Tisch gibt es eine*n Expert*in, die die jeweiligen Quellen kennt und den Ablauf bzw. die Diskussion in diesem Bereich leitet. Hierzu sollte sich die-/derjenige in die vorgegeben Quellen einlesen und vielleicht auch durch kurze Recherche aktuelle Entwicklungen mit einbeziehen. Die Fragen zur Diskussionsleitung berücksichtigen. Am Anfang sollte kurz der Ablauf erklärt werden und der kleine Faktenvortrag gehalten werden.
Falls aktuelle neue Entwicklungen beim Kohleausstieg gefunden wurden, können diese vorher im Instagram Wissensspeicher gepostet werden.

Vorbereitung für die Teilnehmenden

Keine.

Materialien und Räume

Laptop, Beamer und Lautsprecher für Video und Faktenvortrag. Wissensspeicher für die jeweiligen Bereiche. 1 A3-Blatt und Stifte für den Tisch Gesellschaft zur Erstellung einer Mindmap. 4 Tische und Stühle, möglichst nicht zu nah beieinander damit sich die Gruppen nicht zu sehr stören.

Ablaufplan.

Vorbereitung im Raum

4 Tische, jeweiligen Wissensspeicher aufbauen. Auf jeden Tisch einige Konsenspost-Werkzeugkarten legen. Beamer und Lautsprecher einrichten.
Die Teilnehmenden sollten zu Beginn möglichst gleichmäßig verteilt an den Tischen sitzen.

00. Minute - Begrüßung und Einführung.

  • Begrüßung und Vorstellung der Durchführenden (1 min)
  • das Thema des Bausteins nennen und den Ablauf kurz erläutern (Aufteilung in TING-Gruppen, Wissensspeicher und Kleingruppendiskussion aus der jeweiligen Perspektive unter Anleitung eine*r Expert*in, danach Durchmischen der Gruppen und Zusammenbringen der Bereiche durch Konsensbildung) (2 min)
  • das Video "Auf der Kippe" zeigen (2 min)
  • Faktenvortrag zur Einstimmung halten, dabei möglichst neutral bleiben, weder pro noch contra Ausstieg (3 min)
  • Vorstellung des Instagram Wissensspeichers, der nebenbei oder auch nach der Veranstaltung betrachtet/verfolgt werden kann (2 min)

10. Minute - Erarbeitung der TING-Perspektive

Die Experten gehen an ihren jeweiligen Tisch und moderieren. Das Ziel ist in den nächsten 20 Minuten eine Perspektive des Bereichs zum Thema Kohleausstieg zu erarbeiten.

Gesellschaft

  • jede Person am Tisch liest einen Artikel/eine Quelle, je nach Anzahl können sich auch zwei einen Artikel teilen oder ein Artikel weggelassen werden, es sollen die vorkommenden Akteure und deren Argumente und deren Haltung/Argumente erarbeitet werden (ca. 5 Min)
  • reihum stellt jede Person ihren Artikel vor und trägt gefundene Akteure auf das A3-Blatt als Mindmap ein (ca. 7-8 Min)
  • hierbei kann deutlich gemacht wer mit wem in Konflikt steht und welche Interessen verfolgt
  • den Rest der Zeit kann gemeinsam diskutiert werden. Beispielfragen: Kann es bei so vielen Akteuren einen Konsens aus gesellschaftlicher Perspektive geben? Wenn ja, welchen? Wie wirkt sich die Übernahme des Kohlegeschäfts durch eine zwielichtige Investmentgruppe auf den Ausstieg aus? Wie würdet ihr die Prioritäten der Interessen setzen (Klimaschutz vor Wirtschaftlichkeit oder Kulturerhaltung etc.)? Bringt ein Kohleausstieg in Deutschland etwas, wenn größere Klimaverschmutzer weiter machen?


Technik

  • Der Kleingruppe wird zum Einstieg die Revierkarte der Lausitz gezeigt, um einen regionalen Bezug zu bekommen und ein Gefühl für die Relevanz von Kohle in der Region aufzuzeigen
  • Es sollte einen kleinen Hinweis geben, dass sich die Session am Beispiel der Lausitz langhangelt, es bei Fragen der technischen Machbarkeit (die auch von politischem Willen etc. abhängig sind) aber auch viel um die bundesweite Perspektive geht und in dieser Kleingruppe regionale und bundesweite Perspektiven besprochen werden
  • Austeilen der Quellen, am Besten hat jede*r Teilnehmende*r eine Quelle zu lesen (falls jemand schneller fertig ist, kann man sich natürlich auch weitere Quellen noch anschauen)
  • Kurze Runde, in der Inhalte jeder Perspektive vorgestellt werden - sinnvoll kann es hier sein, mit der "neutralen" anzufangen (das FactSheet zu Stromnetzen und technischer Machbarkeit) und dann die Meinungsquellen durchzugehen
  • Diskussion: Eindrücke, Fragen aus der Runde // Geht es um beim Kohleausstieg um das ob, das wann oder das wie? // Es wird davon ausgegangen, dass es ohne den Atomausstieg heute weniger kohlebasierte Energieproduktion gäbe. Welche Konsequenzen hat diese Erkenntnis für den Kohleausstieg? Kann aus solchen Entwicklungen gelernt werden?
  • Die Quellen suggerieren eine Message, die in etwa so sein könnte: Kohleausstieg ist technisch machbar, aber die Frage ist auch, wie // Notwendigkeit politischen Willens für "echte" Energiewende


Individuum

  • Die Artikel werden an die Personen am Tisch ausgeteilt. Abhängig von der Anzahl der Teilnehmenden, können sich zwei einen Artikel teilen oder einzelne weggelassen werden. (Gehaltsunterschiede nicht austeilen)
  • Jeder liest seinen Artikel (ca. 8 min)
  • Abwechselnd erzählt jeder kurz, um was es in seinem Artikel geht. (ca. 4 min)
  • Es soll eine Diskussion aus Sicht des Individuums stattfinden. Es ist deine Aufgabe, diese zu leiten. Nutze dazu z.B. die Beispielfragen (Datei: Individuum - Fragen) oder denke dir eigene Fragen aus. Zeige den Teilnehmenden hierbei auch die Grafik Gehaltsunterschiede. Versuche möglichst alle Standpunkte anzusprechen. Lasse sowohl die Perspektive von Leuten einnehmen, welche ihre Heimat und Identität verloren haben, als auch von Personen die den Tagebau befürworten. (ca. 8 min)


Natur

  • Die 3 Artikel und das eine Infoblatt werden an die Personen am Tisch ausgeteilt. Abhängig von der Anzahl der Teilnehmenden, können sich zwei einen Artikel teilen oder einzelne weggelassen werden.
  • Jeder liest seinen Artikel/ Infoblatt plus den eventuellen Anhang über die unterschiedlichen Probleme für die Natur durch den Kohleabbau in der Lausitz (ca. 7 min)
  • Abwechselnd stellt jeder seinen Artikel und das darin angesprochene Problem für die Natur (regional und eventuell global) vor (jeder ca. 2-3 min).
  • Es soll eine Gesprächsrunde aus Sicht der Natur stattfinden. Es ist deine Aufgabe, diese zu leiten. Dafür solltest du dir selber noch weitere interessante Fragen/ Denkanstöße ausdenken, falls das Gespräch zum Ende hin ins Stocken gerät.
  • Du kannst das Gespräch folgendermaßen beginnen: In euren Artikel wurden aus Sicht der Natur eigentlich nur negative Folgen für die Natur dargelegt. Hat der Kohleabbau für die Natur auch irgendwelche Vorteile? Im besten Fall einigen sie sich nach Diskussion, das der Kohleabbau aus Sicht der Natur keine wirklichen Vorteile hat.
  • Danach kannst du darauf eingehen, dass die Natur aber unerlässlich für eine gute Lebensqualität der Menschen ist und alle anderen TING- Bereiche von ihr stark abhängen. Gleichzeitig hat sie aber keine eigene Stimme/ keinen wahrhaftigen Interessenvertreter.

→ Wer trägt die die Verantwortung? bzw. Wer ist Schuld? → Wer trägt am meisten Schuld? (Unternehmen? Politik? Verbraucher? etc.)

  • Wenn die Zeit für die Expertengruppen noch nicht zu Ende ist, solltest du jetzt deine eigenen Denkanstöße in die Diskussion einbringen.

30. Minute - Gruppendurchmischung und neue Aufgabe

  • Die Tische werden nun neu durchgemischt, dass an jedem Tisch mindestens eine*r aus jeder der einzelnen TING- Expertengruppen vertreten ist. Das Einteilen in die neuen Diskussionsgruppen kann beispielsweise durch Losen oder Abzählen geschehen.
  • An jedem Tisch sollte sich für jeden Teilnehmenden eine Werkzeugkarte befinden.
  • Das Werkzeug Konsenspost wird vorgestellt: gehe darauf ein, wann es eingesetzt werden kann und welche Vorteile sich dadurch ergeben. Der Konsenpost soll komplexe Diskussionen auf eine Aussage runterbrechen, um diese greifbarer zu machen. Orientire dich bei der Erklärung am Besten an der Werkzeug-Karte.
  • Die Aufgabe, einen Wahlkampfspruch zum Thema Kohleausstieg zu entwickeln, wird vorgestellt (siehe letztes Slide auf den Vortragsfolien).

35. Minute - Konsensentwicklung

  • die Expert*in am Tisch sollte auf eine angemessene Zeiteinteilung für die folgenden Aufgaben achten:
  • bevor es an den Wahlkampfspruch geht, stellt jede*r reihum die wichtigsten Erkenntnisse aus ihrem/seinem vorherigen Bereich vor
  • es wird kurz diskutiert: Geht es beim Kohleausstieg eher um ob, wann oder wie? Welche Perspektiven müssen berücksichtigt werden?
  • nun soll in gemeinsamer Erarbeitung der Wahlkampfspruch erarbeitet werden
  • je nach technischer Möglichkeit wird dieser entweder direkt von einem Durchführenden auf Instagram gepostet oder nur aufgeschrieben

55. Minute - Vorstellung des Wahlspruchs

Ein Mitglied jedes Tisches/jeder Partei stellt kurz (in maximal einer Minute) den Spruch und die dahinterstehende Motivation vor.

59. Minute - Ende

Dank für Teilnahme und Verabschiedung.

Hinweise und Anmerkungen.

Von den Verfasser_innen.

Ihr könnt gerne im Vorfeld des Bausteins den Instagram-Channel weiter ausbauen und eigene Posts hinzufügen. Die Zugangsdaten sind in der Cloud.