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Baukasten:Mobilität in der Stadt

Mobilität in der Stadt

Mobilität-stadt.jpg


Die aktuellen Probleme des Verkehrs, unter denen viele Städte, wie auch Berlin leiden, werden erläutert und die eigene Verkehrsmittelwahl reflektiert. Dann lernen die Studierenden verschiedene Mobilitätskonzepte aus europäischen Städten kennen. Es wird über deren Vor- und Nachteile diskutiert und die Übertragbarkeit der Konzepte auf Berlin erörtert. Abschließend wird über mögliche Einflussnahmen auf die Politik hin zu einer nachhaltigeren Verkehrsplanung diskutiert.

Titel
Mobilität in der Stadt
Thema
Anhand verschiedener Beispiele von Verkehrskonzepten werden Verbesserungsmöglichkeiten für innerstädtischen Verkehr besprochen.
Typ
Baustein, Wissensspeicher, Diskussion
Schlagwörter
Mobilität, Verkehr
Lernziele
Die Studierenden erfahren welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ihr Mobilitätsverhalten beeinflussen kann und umgekehrt. Sie erkennen die Probleme unseres Verkehrsystems und Verbesserungsmöglichkeiten hin zu nachhaltigeren und gesünderen Alternativen. Außerdem werden Chancen zur individuellen Einflussnahme vermittelt.
Kompetenzen
Persepektivübernahme, disziplinübergreifende Erkenntnisgewinnung, Bewältigung individueller Entscheidungsdilemmata, Partizipation, eigenständiges Handeln
Lernformen
kooperativ, faktenorientiert
Methoden
Vortrag, Kleingruppenarbeit- und diskussion, moderierte Großgruppendiskussion
Gruppengröße
9 - 21 Personen (3 Gruppen)
Dauer
60 Minuten (90 Minuten, problemlos möglich, wenn die Diskussions-Einheiten verlängert werden)
Material und Räume
Raum mit Tafel/Whiteboard (alternativ sehr großes Plakat), bunte Kreide/Stifte mit 5 verschiedenen Farben , Platz für 3 Gruppen, 3 Laptops/Tablets o.ä. um kurze Videos zu zeigen. Text für Anfangsinput, Factsheets zu verschiedenen Städten, Moderationskarten. Der Punkt Download wird automatisch eingefügt und verweist immer auf die gleiche Seite.
Qualität
Welche Qualität hat der Baustein? Bedarf es einer Überarbeitung?
Semester
Wintersemester 2017/2018


Vorbereitung

Um den Baustein durchführen zu können, sollten mindestens vier Personen die Moderation übernehmen. Während (mind.) eine Person die Einleitung, den ersten Input, das Zeitmanagement und die Abschlussdiskussion übernimmt, sollten sich drei Moderator*innen jeweils mit einem Beispiel auseinandersetzen.

Vorbereitung für die Moderation

Die Zuständigkeiten sollten klar aufgeteilt sein. Es werden drei Moderator*innen jeweils für ein Städte-Beispiel benötigt. Der Rest der Gruppe kann sich die übrigen Aufgaben frei aufteilen. Um gut vorbereitet zu sein sollte jede*r Moderator*in mindestens drei Stunden aufwenden. Neben den komprimierten Informationen im Wissensspeicher sollte für die Städte-Beispiele nach aktuellen Nachrichten gesucht werden.

Vorbereitung für die Teilnehmenden

Die Teilnehmenden können ohne Vorkenntnisse an dem Baustein teilnehmen. Es ist keine gesonderte Vorbereitung der Teilnehmenden vorgesehen.

Materialien und Räume

Alle Materialien entsprechend der Liste oben sollten vorhanden sein. Der Raum sollte der Gruppengröße entsprechend groß genug sein (siehe auch "Vorbereitung im Raum", unten).

Ablaufplan

Vorbereitung im Raum

Es muss ein möglichst großer Graph mit folgenden Eigenschaften angezeichnet werden: X-Achse: km, 0 bis 25; Y-Achse: min, 0 bis 70; Legende: verschieden Farben den Verkehrsmitteln zuordnen: Fahrrad, zu Fuß, ÖPNV, Auto, gemischt. Die Durchschnittsgeschwindigkeiten der Verkehrsmittel aus dem Text zum Anfangsinput als Geraden können als Referenz eingezeichnet werden. Außerdem wird ein Stuhlkreis für die Anfangsrunde und die Abschlussdiskussion, sowie 3 Sitzmöglichkeiten für die einzelnen Gruppen in möglichst großer Entfernung (evtl. räumlich getrennt) voneinander benötigt.

00. Minute - Begrüßung und Anfangsinput

Die Moderation begrüßt die Teilnehmenden, stellt den Ablauf des Seminartermins vor und hält dann den kurzen Vortrag "Herausforderungen im Stadtverkehr" (siehe Materialien).

05. Minute - Verkehrsmittelwahl-Vorstellungsrunde

Diese Phase dient dazu, sich kennen zu lernen und die Teilnehmenden auf ihr eigenes Verhalten aufmerksam zu machen. Beginnend mit der Moderation, sollen alle Personen ihren Namen sagen, das Verkehrsmittel ihrer Wahl für den Weg zum heutigen Seminar und die zurückgelegte Entfernung vortragen. Sie vermerken das Gesagte im angezeichneten Diagramm. Dazu wählen die Teilnehmenden den ihrem Verkehrsmittel entsprechend farbigen Stift/Kreide (siehe Legende des Diagramm). Dann setzen sie ein Kreuz bei den Koordinaten ihrer Fahrtzeit und Entfernung. Die Teilnehmenden können dazu aufgefordert werden während der Vorstellung ein paar Worte dazu zu verlieren, wie wichtig ihnen das gewählte Verkehrsmittel ist.

Bei der Durchführung ist für das "Aufstehen und zur Tafel" gehen Zeit verloren gegangen. Wir empfehlen das Markieren auf dem Diagramm der moderierenden Person zu überlassen. Das spart Zeit und vermindert Fehler.

15. Minute - Auswertung des Diagramms

Die Teilnehmenden sollen das gemeinsam befüllte Diagramm auswerten. Es soll darüber geredet werden, was die Teilnehmenden erwartet haben und wie das Ergebnis interpretiert werden kann. Dazu kann die Moderation aus folgenden Fragen wählen. Es ist jedoch darauf zu achten, dass die angedachte Zeit nicht überschritten wird.

  • Lassen sich Muster erkennen?
    • Welches Verkehrsmittel ist am schnellsten?
    • Mit welchem Verkehrsmittel werden die längsten Weg zurückgelegt?
  • Die Durchschnittsgeschwindigkeit der Radfahrer liegt bei ca. 12km/h, zeigt sich dies in der Grafik?
  • Der öffentliche Nahverkehr fährt im Durchschnitt mit etwa 16 km/h. Wie schnell sind die Teilnehmenden? Hätten sie damit gerechnet?
  • Je nach Verkehrsaufkommen liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit bei der Fahrt mit dem Auto in der Rush Hour bei 14 km/h und bei freier Fahrt bei 23 km/h.
  • Die Geschwindigkeit ist in der Stadt auf 50 km/h begrenzt. Wie nah kommen die Autofahrer diesem Wert? Ist es sinnvoll die Grenze auf 30km/h zu setzen?
  • Wirkt eines der Verkehrsmittel nun attraktiver für einige Teilnehmer oder bleiben sie lieber bei dem gewohnten?
  • Welchen Einfluss hat die Jahreszeit auf das Ergebnis?

20. Minute - Falluntersuchung ausgewählter Städte - Gruppenphase I

Die Teilnehmenden werden in drei gleich große Gruppen aufgeteilt, um sich jeweils über das Verkehrskonzept der zugeteilten Stadt zu informieren (Kopenhagen, Tallinn, Wolfsburg). Jede Gruppe sollte eine*n Moderator*in haben, dies kann auch ein*e Teilnehmer*in übernehmen. In den Gruppen wird dann das entsprechende Video angeschaut und der Factsheet zu der Stadt gelesen. Dann sollen die Aufgaben, die auf den Moderationskarten stehen, gemeinsam bearbeitet werden:

Bereitet euch darauf vor dieses Konzept später vorzustellen, orientiert euch dazu bitte auch an den folgenden Fragen:

  1. Welche Vorteile und Nachteile seht ihr für das Verkehrsmittel in eurem Beispiel?
  2. Gibt es eine Institution oder Person, die maßgeblich auf die Entwicklung des Verkehrs eingewirkt hat?
  3. Inwieweit können die Bürger*innen die Gestaltung der Verkehrssituation beeinflussen?
  4. Inwieweit sind die verschiedenen Verkehrsmittel zueinander konkurrenzfähig?

Zusatzfragen Moderation:

  1. Gibt es Personen oder Einrichtungen, die von der Situation besonders profitieren oder darunter leiden?
  2. Wie hängt die Entwicklung der Verkehrsstruktur der Stadt mit der Rolle des Individuums in der Gesellschaft zusammen?

Abschließend wird die Gruppe vom Moderator in drei gleichgroße Teile für die nächste Phase geteilt. Es sollen also 3 neu gemischte Gruppen mit "Experten" zu jeder Stadt entstehen.

Die Teilnehmenden haben die Factsheets mitgenommen, was so nicht vorgesehen war, aber den Teilnehmenden bei der Präsentation in der anschließenden Phase sehr geholfen hat

35. Minute - Vergleich der Konzepte - Gruppenphase II

Eine Person jeder Gruppe stellt die zuvor bearbeitete Stadt vor. Dabei soll anhand der Antworten aus der vorangegangen Gruppenphase ein Überblick über die Stadt und die dortige Verkehrsstruktur gegeben werden (jeweils 2 min). In der anschließenden Diskussion sollen die Teilnehmenden ihr (erlangtes) Wissen auf Berlin übertragen. Leitfragen zur Diskussion:

  • Welche der Maßnahmen in den vorgestellten Städten wünscht ihr euch für ein nachhaltigeres Verkehrssystem in Berlin? (z.B. Fahrradautobahn, E-Busse, kostenloser ÖPNV)
    • Wie erlebt ihr die Berliner Verkehrsinfrastruktur?
    • Denkt ihr die Planer haben die Bedürfnisse der Anwohner richtig analysiert und in ihre Planung einfließen lassen? Wo gab es Defizite?
  • Was müsste verändert werden, damit solche Änderungen stattfinden können? (politische Gegebenheiten)
  • Wie kann das funktionieren? (politisch, gesellschaftlicher Protest…)

50. Minute - Abschlussdiskussion (65. Minute für 90 minütiges Seminar)

In der Abschlussdiskussion sollen die Studierenden die Erkenntnis erlangen, dass Mobilität von der Politik und den Verkehrsteilnehmer*innen gesteuert wird. Auf die eine oder andere Art und Weise hat also jede*r Bürger*in die Möglichkeit mitzubestimmen. Dies wird in der Stadt- und Verkehrsplanung deutlich. Hier wird sich einerseits Trends angepasst, statt diese zu steuern. Das bedeutet, dass jede*r Verkehrsteilnehmer*in mit der Wahl eines Verkehrsmittels ein Votum für den Ausbau der entsprechenden Infrastruktur abgibt. Andererseits hängt die Wahl des Verkehrsmittels stark von der gegebenen Infrastruktur ab. Wenn also aus politischen Motiven die Infrastruktur eines bestimmten Verkehrsmittels verstärkt ausgebaut wird ist das ein "top-down" System. Welche politischen Leitmotive die Stadt- und Verkehrsplanung beeinflussen kann jede*r Bürger*in maßgeblich über politische Wahlen beeinflussen.

  • Welche gesellschaftlichen oder politischen Entwicklungen beeinflussen den Ausbau von bestimmter Verkehrsinfrastruktur?
  • Wie kann jede*r Einzelne dazu beitragen, dass wünschenswerte Maßnahmen auch umgesetzt werden?
    • Verkehrsmittelwahl anpassen - Nachfrage stärken
    • politsches Engagement (welche Parteien unterstützen welche Verkehrspolitik?)
      • z.B. Critical Mass als Demonstration für mehr Fahrradfreundlichkeit
  • Was sind aktuelle Verkehrsprojekte in Berlin?

58. Minute - Zusammenfassung der Seminar-Inhalte (88. Minute für 90 minütiges Seminar)

Der*Die Moderator*in setzt die Ergebnisse der individuellen Verkehrsmittelwahl aus der Vorstellungsrunde (Diagramm) ins Verhältnis zu den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Es sollte darauf hingewiesen werden, dass die Verkehrsplanung ein demokratischer Prozess ist. In diesem Seminar wurde der Fokus auf die Perspektive des Individuums und der Gesellschaft gelegt, indem Wünsche und Handlungsmöglichkeiten der Teilnehmenden ausgearbeitet wurden. In diesem Seminar wurde außerdem die Nutzung verschiedener Techniken (Fahrrad, Auto, ÖPNV) thematisiert. Damit bleibt nur die Perspektive der Natur weitgehend unbearbeitet, allerdings werden Naturschutzbelange idR. über diverse gesetzliche Regelungen in der Stadt- und Verkehrsplanung berücksichtigt.

Die Moderator*innen sollten situativ entscheiden, ob diese Zusammenfassung hilfreich ist. Bei der ersten Durchführung dieses Bausteins wurde sie nicht mehr vorgenommen, weil die Diskussionsbeiträge vieles abgedeckt haben. Um den Baustein "rund" zu machen kann ein kurzes zusammenfassendes Statement jedoch sehr hilfreich sein.

60. Minute - Feedback (90. Minute)

Die Teilnehmenden geben Feedback zum Baustein und der Durchführung und Moderation.

Hinweise und Anmerkungen

Von den Verfasser_innen

Hinweise die sich bei der ersten Durchführung ergeben haben sind kursiv im Ablauf eingefügt.

Lange Variante

Der Baustein ist zeitlich recht flexibel gestaltbar, es sind jedoch mindestens 60 Minuten notwendig. Die Gruppenphasen können je nach Fortschritt in der Bearbeitung spontan variiert werden, hierzu ist es wichtig eine*n aufmerksame*n Zeitmanager*in zu haben.

Materialien zur Durchführung.

Material

  • Tafel/Whiteboard (alternativ sehr großes Plakat)
  • bunte Kreide/Stifte mit 5 verschiedenen Farben
  • 3 Laptops/Tablets o.ä. um kurze Videos zu zeigen
  • Text für Anfangsinput (in der Cloud)
  • Factsheets zu den einzelnen Städten
  • Moderationskarten

Literaturhinweise und Quellen.