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Baukasten:Motivation zur eigenständigen Nachhaltigkeit

Motivationen zur (eigenständigen) Nachhaltigkeit

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Dieser Baustein setzt sich mit der Frage auseinander, wie Konsumenten dazu gebracht werden können, ihre Lebensführung nachhaltiger zu gestalten, ohne auf Verbote und Überwachung zurückgreifen zu müssen. In einer "Innovationswerkstatt" werden von den Gruppen selbst anhand eines Leitfadens Konzepte zu vorgegebenen Themen entwickelt, die auf positive Weise bestimmtes Verhalten anregen sollen. Die Ideen/Produkte werden schließlich in der Gruppe bewertet und diskutiert.

Titel
Motivationen zur (eigenständigen) Nachhaltigkeit
Thema
Vorstellung von Richtlinien für nachhaltige Innovation, die mithilfe verschiedener Techniken (Nudging, Gamification) gewünschtes Verhalten anregt.
Typ
Workshop
Schlagwörter
Nachhaltigkeit, Nudging, Gamification
Lernziele
Leitideen der nachhaltigen Innovation verstehen und anwenden können, die kritische Perspektive auf Verbote und Überwachung weiter ausbilden
Kompetenzen
1) Persepektivübernahme; 2) Antizipation; 5) Kooperation; 7) Partizipation; 8) Motivation; 9) Reflexion auf Leitbilder; 11) eigenständiges Handeln;
Lernformen
kreativ (Kreativität anregen, Eigenaktivität fordern, Ergebnismöglichkeit bieten); kooperativ (kooperieren, kommunizieren, Gemeinschaftsgefühl stärken, technische Lösungen suchen); systemorientiert (Regeln und Verfahren anwenden, erprobte Wege gehen, systematisch vorgehen)
Methoden
Inputvortrag, Workshopping, 6-3-5, offene und geleitete Diskussion
Gruppengröße
15-30
Dauer
mind. 60 Minuten (Ideenfindung kann verlängert werden)
Material und Räume
Beamer, Sitzkonstellation für Vortrag & Gruppentische, Innovationsleitfaden (pro Tisch), 3 Themenkarten (pro Tisch), 6-3-5-Papier (pro TeilnehmerIn), Abstimmungsblume (pro TeilnehmerIn)
Qualität
Teile des Inputs (z.B. der Leitfaden) können nach Bedarf auch in die Gruppenphase integriert werden.
Semester
WiSe 2018/2019


Vorbereitung

Vorbereitung für die Moderation

Jede moderierende Person bekommt ein Themenfeld zugeteilt, in das sie sich vor der Sitzung gut einliest (siehe hierzu die Linksammlung in der Powerpoint), generelles Einlesen in die Links und verwendeten Materialien, Vorbereitung des Raumes und der Powerpoint-Präsentation.

Bestenfalls halten die Moderierenden im Vorfeld ihre eigene Ideenwerkstatt ab, um sich vorstellen zu können, wie diese abläuft. Backup-Ideen sollten vorbereitet werden, falls Startschwierigkeiten in der Gruppenphase bestehen.

Vorbereitung für die Teilnehmenden

Wenn möglich, überlegen sich die Teilnehmenden welche Aspekte sie im Verhalten der anderen und bei sich selbst als nicht nachhaltig sehen und wie man (sich) dieses Verhalten abgewöhnen könnte. Was könnte sie generell motivieren, ihr Verhalten zu ändern?

Materialien und Räume

Beamer, Sitzkonstellation für Vortrag & Gruppentische, 5 Innovationsleitfaden (1 pro Tisch), 15 Themenkarten (3 pro Tisch), ausreichend 6-3-5-Papier (1 Blatt pro TeilnehmerIn), 36 magnetische Abstimmungsblumen (1 pro TeilnehmerIn)

Ablaufplan.

Der Baustein ist folgendermaßen strukturiert.

Vorbereitung im Raum

Gruppentische (mit Innovationsleitfaden, Themenkarten und 6-3-5-Papier) und Sitzkonstellation für Vortrag vorbereiten, Computer an Beamer anschließen und Präsentation laden.

00. Minute - Begrüßung, Vorstellung, Input

Die Teilnehmenden werden begrüßt und ins Thema bzw. in die Problemstellung eingeführt. Dabei wird hervorgehoben, dass sich der Fokus hier bewusst auf das Verhalten der Konsument_innen beschränkt und systematischere Komponenten wie Industrie und Staat hier nicht betrachtet werden können.

05. Minute - Erklärung der Ideenwerkstatt

"Jetzt seid ihr gefragt!" Den Teilnehmenden wird das Konzept der Ideenwerkstatt vorgestellt: Sie sollen selbst Produkte oder Ideen entwickeln, mit denen nachhaltigeres Verhalten angeregt werden kann. Dabei kann Nachhaltigkeit im weitesten Sinne verstanden werden. Der Ablauf des Spiels wird erklärt (Materialienvorstellung, Einteilung in Gruppen, Ideenfindung, Präsentation (Elevator Pitch), Abstimmung, Diskussion)

10. Minute - Vorstellung des Innovationsleitfadens

Hier wird der Innovationsleitfaden vorgestellt und mit diesem beschrieben, worauf die kreativen Köpfe zu achten haben. Es gibt also 'Regeln', die den Gruppen helfen sollen, nicht von der Fragestellung abzukommen und sich während der Bearbeitung alle relevanten Fragen zu stellen. Dieser Abschnitt ist also zusammen mit den Informationskarten das Fundament für die Ideenfindung der Gruppen.

16. Minute - 6-3-5 Methode

Es wird die Methodik vorgestellt, mit der die Gruppen zu Beginn der Ideenwerkstatt arbeiten sollen. Sie dient dazu, schneller zu Ideen zu kommen und Ideen gegenseitig zu ergänzen. Es werden die Blätter erklärt, auf denen die Methodik umgesetzt wird und auch die Rahmenbedingungen genannt (Zeit, genereller Ablauf). Mögliche Fragen zur Methodik sollten hier geklärt werden, damit während der Ideenwerkstatt keine Unterbrechungen auftreten.

Um Zeit zu sparen, handelt es sich bei dem in den Materialien zu findenden Template-Papier eigentlich um eine 6-2-5 Methode, da zwei Ideen in diesem Fall auch schon genügen. Das Papier kann selbstverständlich nach Belieben angepasst werden.

19. Minute (optional 5 Minuten Puffer) - Durchführung der Ideenwerkstatt

Nun sind die kreativen Köpfe gefragt. Zuerst werden die Informationskarten zu den Themenfeldern von den Gruppenmitgliedern durchgelesen und ein Thema ausgewählt, zu dem die Gruppe ein Konzept ausarbeiten wird. Die anderen Karten werden beiseite gelegt. Die Blätter zur 6-3-5 Methode liegen aus und die Methode wird anschließend durchgeführt. Die Zeit wird entsprechend gestoppt (3 Minuten bis zum Weitergeben innerhalb der Gruppe; 2 Minuten sollten auch reichen). Die Gruppen dürfen währenddessen natürlich auch ihre Themenfeld-Karten zu Hilfe ziehen. Nachdem die Methodendurchführung vorbei ist, darf sich jede_r auf ihrem/seinem Zettel (der dann wieder bei ihr/ihm angekommen sein sollte) ihre/seine Lieblingsidee auswählen und diese der Gruppe vorstellen. Diese muss nun gemeinsam entscheiden, welche der Ideen sie weiter ausarbeitet. Diese Entscheidung soll nicht allzu lange dauern, ein gewisser Diskussionsraum muss aber gegeben sein.

Dann kommt es zum Austauschen, Diskutieren und Sammeln weiterführender Ideen! Das gewählte Konzept soll in der Gruppe besprochen und erweitert werden. Den Innovationsleitfaden sollte man dabei im Hinterkopf haben und sich auch an diesem orientieren. Nun soll ein Gruppenmitglied bestimmt werden, das den Elevator Pitch für das entwickelte Konzept ausführt. Einen 'Produktnamen' kann man sich auch schon überlegen, das ist aber nicht zwingend notwendig.

WICHTIG: An jedem Tisch sitzt ein_e Bausteinleitende_r, die/der sich mit dem jeweiligen Themenfeld auseinandergesetzt hat und ggf. Fragen mit Hintergrundwissen beantworten oder Tipps geben kann! Ebenso achtet sie/er darauf, dass sich die Gruppe nicht vom Thema entfernt. Falls bermerkt wird, dass die Leute Schwierigkeiten mit dem Entwickeln von Ideen haben, werden Hilfestellungen und Anregungen gegeben

41. Minute - Elevator Pitches

Jede Gruppe hat nun 90 Sekunden Zeit, ihr Konzept von der augewählten Person präsentieren und zusammenfassen zu lassen. Ein Name des Konzepts soll vorne an der Tafel stehen, damit die Abstimmung danach leichter abläuft.

48. Minute - Abstimmung

Jede_r im Raum bekommt eine Abstimmungsblume und darf diese an der Tafel bei dem Konzept anbringen, das sie/ihn am meisten überzeugt hat. Auf der Präsentation stehen Bewertungskriterien zur Vereinfachung der Entscheidung.

Achtung: Manche Tafeln sind nicht magnetisch (inkl. 3007). Für diesen Fall wird ein Stuhl unter jedes Thema gestellt, auf den die Blumen gelegt werden.

50. Minute - Diskussion und Abschluss

Ablauf der Präsentation und Diskussion

Es gibt Leitfragen, an denen die Diskussion orientiert sein soll. Sie werden nacheinander gestellt und die Kommentierenden geben sich gegenseitig das Rederecht. Kurze Abstimmungen, wer bestimmte Meinungen unterstützt, sind möglich.

Diskussionspunkte und -fragen

Was habt ihr mitgenommen? Habt ihr heute etwas gelernt?

Welche Ideen haben euch gefallen? Warum?

Was würde euch dazu bewegen, nachhaltiger zu Leben?

Was bringt eigenständige Nachhaltigkeit? Wären Verbote besser?

Ist die Idee (Nachhaltigkeit anzuregen statt sie zu erzwingen) realistisch? Effizient?

Hinweise und Anmerkungen.

Von den Verfasser_innen

Zu jedem Themenfeld sollte es eine_n Zuständige_n geben, die/der sich tiefgreifend mit dem Thema auskennt und die Gruppe unterstützen kann. Bei der Vorbereitung des Bausteins ist somit eine Aufteilung der Themenfelder vorzunehmen.

Nach der ersten Durchführung konnte bereits ein Feedback zum Baustein erhalten werden:

  • Die generelle Gestaltung des Bausteins wurde gut aufgenommen
  • Einzige Anmerkung: Die Erklärungen der Materialien könnten auch in die Gruppenphasen integriert werden, um die Infomrationsflut am Anfang etwas zu vermindern.
  • Die Eigenbeteiligung war sehr willkommen
  • BeraterInnen (mit Hintergrundwissen) wurden in den Gruppen als wichtig wahrgenommen.


Die Durchführenden des Bausteins waren nach der ersten Durchführung sehr zufrieden. Die Ideenfindung in der Innovationswerkstatt sollte gleich bleibend gehalten werden (5 min Zeitpuffer können optional gegeben werden (nicht vorher angekündigt), wenn die Diskussion gerade spannend ist, oder das Thema noch ausgereift werden muss).

Materialien zur Durchführung.

Innovationsleitfaden

Kärtchen, das an jedem Gruppentisch jeweils einmal ausliegt und der Gruppe zur allgemeinen Orientierung dienen soll. Es befasst sich mit dem generellen Konzept der Motivierung zur Nachhaltigkeit.

Themenkarten

Zu jedem großen Thema (Ernährung, Kleidung, ...) gibt es je drei Themenkarten, von denen eine von der Gruppe zur weiteren Bearbeitung ausgewählt wird. Sie beinhalten allgemeine Informationen, aktuelle Probleme und mögliche/ schon umgesetzte Lösungsansätze.

6-3-5 Papier

Blatt mit Tabelle, das für die Methodik benötigt wird. Jede/r bekommt ein solches Blatt zu Beginn der Ideenwerkstatt.

Abstimmungsblumen

1 Blume = 1 Bewertungspunkt. Die Magie des Magnetismus hält sie an der Tafel fest.

Literaturhinweise und Quellen.

  • Brandner, A.,(2018): 10 Mobilitätsfehler, die uns im Alltag zu Klimasündern machen. Utopia

(URL: www.utopia.de/mobilitaetsfehler-klimasuender-110296/) Frerichs, S. (2019): 20 Tipps zum Wassersparen. Umwelthaushalt (URL: www.umwelthaushalt.de/tipps-zum-wassersparen/)

  • Frerichs, S. (2019): 50 Tipps zum Energiesparen. Umwelthaushalt

(URL: www.umwelthaushalt.de/tipps-zum-energiesparen)

  • Jackob, S., (2019): So erkennst du bessere Kleidung: die wichtigsten Siegel für Textil und Leder. Utopia

(URL: utopia.de/ratgeber/siegel-fuer-kleidung-textil-leder/)

  • Krux, R.,(2016): Penny nimmt „krummes“ Gemüse ins Sortiment auf. Utopia

(URL: utopia.de/penny-krummes-gemuese-16504/)

  • o.A.,(2015): Darf man abgelaufene Lebensmittel verkaufen? Juraforum

(URL: www.juraforum.de/ratgeber/zivilprozessrecht/darf-man-abgelaufene-lebensmittel-verkaufen)

  • o.A.,(2018): Emissionsdaten. Umweltbundesamt

(URL: www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr-laerm/emissionsdaten#textpart-2)

  • o.A., (2018): Energieverbrauch privater Haushalte. Umweltbundesamt

(URL: www.umweltbundesamt.de/daten/private-haushalte-konsum/wohnen/energieverbrauch-privater-haushalte)

  • o.A.,(2018): Gamification. GS Lexikon

(URL: www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/gamification?interstitial)

  • o.A.,(2015): Nachhaltigkeit. Lexikon der Nachhaltigkeit

(URL: www.nachhaltigkeit.info/artikel/nachhaltigkeit_1398.htm)

  • o.A.,(o.A): Mindesthaltbarkeitsdatum. Wikipedia

(URL: de.wikipedia.org/wiki/Mindesthaltbarkeitsdatum)

  • o.A.,(o.A.): Motivation. Sirplus

(URL: sirplus.de/pages/mission)

  • o.A.,(2012): Tokensystem. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik

(URL: lexikon.stangl.eu/4760/tokensystem/)

  • o.A.,(o.A.): Verbrauchsdatum. Wikipedia

(URL: de.wikipedia.org/wiki/Verbrauchsdatum)

  • o.A.,(2017): Wie Rinder dem Klima schaden. WitschaftsWoche

(URL: www.wiwo.de/technologie/green/methan-wie-rinder-dem-klima-schaden/19575014.html)

  • Streckfuß, C., (2015): Welt in Zahlen - Kleidung. Das Erste

(URL: www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/2010/welt-in-zahlen-kleidung-100.html)

  • Utopia-Team.,(2019): Saisonkalender für Gemüse und Obst: Think Global, eat local! Utopia

(URL: utopia.de/ratgeber/saisonkalender-fuer-gemuese-obst/)

  • Wahnbeack, C., (2019): Langlebige Kleidung: diese Labels produzieren nicht für die Tonne. Utopia

(URL: utopia.de/ratgeber/langlebige-kleidung-welche-hose-haelt-am-laengsten/)

  • Wulf, A.,(2018): Plastik im Biomüll: Entsorger schlagen Alarm. NDR.de

(URL: www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Plastik-im-Biomuell-Entsorger-schlagen-Alarm,plastik254.html)