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Baukasten:Nachhaltiger Konsum und Siegel

Nachhaltiger Konsum und Siegel

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Der Konsum von privaten Haushalten beeinflusst unsere Umwelt. Jede Woche gehen wir in den Supermarkt und kaufen Lebensmittel, doch was beeinflusst eigentlich unsere Kaufentscheidung? Dieser Baustein beschäftigt sich mit dem nachhaltigen Konsum von Lebensmitteln. Wir haben uns gefragt, was eigentlich nachhaltiger Konsum ist und was insbesondere die verschiedenen Bio-Gütesiegel bedeuten und uns versprechen. Auf fast allen Lebensmitteln befinden sich mittlerweile Siegel, jedoch kaum jemand weiß was diese konkret bedeuten. Wo liegt der Unterschied zwischen bio und konventioneller Landwirtschaft? Können wir den Geschmack unterscheiden? Was bedeutet unser Konsum für die Umwelt und wer ist in der Verantwortung nachhaltigen Konsum sicherzustellen? - Diese und viele weitere Fragen behandelt unser Baustein. Viel Spaß dabei!

Titel
Nachhaltiger Konsum und Siegel
Thema
Konsumverhalten, Siegel
Typ
Baustein, Stationsarbeit
Schlagwörter
Konsumverhalten, Nachhaltiger Konsum, Siegel, Lebensmittel
Lernziele
Die Teilnehmenden sollen sich mit ihrem eigenen Konsumverhalten auseinandersetzen und dieses kritisch hinterfragen. Außerdem sollen sie ihr Wissen über Gütesiegel und die dahinterstehenden Kriterien erweitern.
Kompetenzen
Kommunikation, Weitergabe von Informationen, Austausch/Diskussionen, Wissen über Gütesiegel
Lernformen
Vielfältig: lustig, spielerisch, kreativ, kritisch
Methoden
Stationsarbeit: Geschmacksexperiment, Spiel mit Wissensspeicher, Gestaltung eines eigenen Siegels, Zuordnung von Kriterienkatalogen zu Siegeln; Diskussionen in kleiner und großer Gruppe, Auseinandersetzung mit individueller Entscheidungsdilemmata
Gruppengröße
12-20 (Anpassung möglich, mind. 2 pro Station)
Dauer
90 min (Reduzierung auf 60 min möglich)
Material und Räume
Ein möglichst großer Seminarraum mit Tafel
1. Station: unterschiedliche Lebensmittel („bio“ und „nicht-bio“), Zahnstocher, rote und grüne Abstimmungskarten, jeweils ein Artikel zu „bio“ und „nicht-bio“ Produkten
2. Station: Spielanleitung, Spielbrett, Quizkarten, Spielfiguren
3. Station: Aufgabenblatt, Stifte und Papier zum Schreiben
4. Station: Lösungsblatt (1x), Arbeitsblätter zum Zuordnen der Siegel (1x pro Teilnehmer), Stift
Der Punkt Download wird automatisch eingefügt und verweist immer auf die gleiche Seite.
Qualität
ausstehend
Semester
WS 2018/2019


Vorbereitung

Vorbereitung für die Moderation

Die Durchführenden sollten sich Wissen über die Themen Konsum von Lebensmittel und Siegel aneignen. Es sollte immer mindestens ein durchführende*r Experte an seiner/ihrer Station sein, sodass Teilnehmende Fragen stellen können und bei der Durchführung der Station begleitet werden.

Vorbereitung für die Teilnehmenden

Die Teilnehmer*innen brauchen kein Vorwissen für diesen Baustein.

Materialien und Räume

Für detaillierte Beschreibungen zu den benötigten Materialien im Baustein und der Raumvorbereitung, siehe unten bei "Vorbereitung im Raum" und "Materialien".

Ablaufplan.

Vorbereitung im Raum

Auf der Tafel werden die Begriffe „Herkunft, Preis, Verpackung und Geschmack“ groß und deutlich nebeneinander (mit etwas Abstand) geschrieben. Vor der Tafel wird ein Stuhlkreis für die Vorstellrunde und Abschlussdiskussion vorbereitet.

Für die Stationenarbeit müssen 4 Tischgruppen zusammengestellt werden:

1. Station: Geschmacksexperiment

  • Das Essen wird in Häppchen geschnitten und auf Teller serviert, dabei beachten, dass „bio“ und „nicht-bio“ Produkte nicht vertauscht werden.
  • Abstimmungskarten und Artikel bereitstellen.
  • Gemüse: Gurke, Paprika, Karotte; Obst: Apfel

2. Station: Weltreise Lebensmittel

  • Spielbrett liegt in der Mitte des Tisches.
  • Quizkarten nach Kategorien ordnen.
  • Spielfiguren bereitstellen.

3. Station: Siegel entwerfen

  • Aufgabenblatt und Papier und Stifte zum Schreiben bereitlegen

4. Station: Siegel Zuordnung

  • Lösungsblatt (1x), Aufgabenblätter und Stifte bereitlegen

00. Minute - Begrüßung und Vorstellrunde.

Die Moderation begrüßt die Teilnehmenden und beginnt mit einem kleinen Kennenlernspiel. Jede*r nennt den Vornamen und ein Obst oder Gemüse mit dem gleichen Anfangsbuchstaben (z. B. “Ich bin Paula Pfirsich.”).

03. Minute - Gruppeneinteilung und Frage zu Konsumentscheidung .

Die Moderation stellt die Agenda des Bausteins vor und teilt die Teilnehmenden in 4 Gruppen ein. Als Einstieg in die Thematik wird folgende Frage gestellt: „Triffst du Konsumentscheidungen bewusst, was ist dir dabei am wichtigsten?“.

An der Tafel stehen die Optionen „Herkunft, Verpackung, Preis, Geschmack“. Die Teilnehmenden sollen sich für einen Begriff entscheiden und sich davor stellen, das Ergebnis wird von der Moderation in einem Satz zusammengefasst. Diese Entscheidungsfrage wird in der Abschlussdiskussion nochmal aufgegriffen.

10. Minute - Stationarbeit (je 15 Minuten)

Jede*r Teilnehmende*r durchläuft mit der eigenen Gruppe alle Stationen, die jeweils von den Durchführenden betreut wird.

1. Station: Geschmacksexperiment

In dieser Station wird geschaut, ob ein Konsument allein durch den Geschmack „bio“ und „nicht-bio“ Produkte auseinanderhalten kann. Die verschiedenen Obst und Gemüsesorten (Bsp.: Gurke, Apfel, Möhren, Paprika etc.) sollten in beide Varianten in Häppchen zum Verkosten vorbereitet werden. Jeweils eine Lebensmittelsorte befindet sich auf einem Teller.

Durchführung der Station:
1. Artikel (Input)

  • Innerhalb der Kleingruppe darf sich jede*r Teilnehmer*in einen der beiden Artikel aussuchen und ihn lesen/überfliegen.
  • Ziel ist lediglich, das Thema nochmal knapp einzuführen, der Text dient zur sekundär zur Information - primär zur gedanklichen Einstellung auf den Konflikt.
  • Nach 3 min Lesezeit sagt jede*r in einem Satz seine/ihre Emotionen die er/sie beim Lesen entwickelt hat. Dies soll die Stimmung etwas puffern, falls jemand aufgewühlt ist

2. Geschmacksexperiment

  • Es gibt rote Abstimmungskarten für „nicht-bio“ und grüne Abstimmungskarten für „bio“.
  • Die Teilnehmer*innen probieren beide Varianten und legen die entsprechend der persönlichen Entscheidung die rote und grüne Abstimmungskarte auf die jeweilige Seite des Tellers.
  • Jedes Ergebnis wird zeitnah aufgelöst.

3. Diskussion und Auswertung

  • Welche Produkte sollte man kaufen?
  • Fandet ihr es einfach die richtige Lösung zu finden? Warum?
  • Nach welchen Kriterien habt ihr entschieden?
  • Was hat euch subjektiv besser geschmeckt?
  • Fühlt ihr euch sehr hilflos ohne Kennzeichnung?

2. Station: Weltreise Lebensmittel

In diesem Spiel begebt ihr euch auf eine Weltreise und lernt dabei mehr über Lebensmittel, wie sie entstehen und ihre Folgen für die Umwelt und vielleicht sogar euch selbst besser kennen.

1. Vorbereitung:
Anzahl der Mitspieler: optimal wären 4 Spieler, das Spiel lässt sich aber auch mit 2-6 Spieler spielen. Aufstellung: Jede*r Spieler*in startet auf ein farbig bemaltes Feld.

Die vier verschiedenen Farben stehen für die Ting-Konstellation:

  • Grün: Natur
  • Blau: Individuum
  • Violett: Technik
  • Orange: Gesellschaft

2. Spielregeln:
Ihr entscheidet selbst, wer mit dem Spiel anfangen darf, aber gespielt wird im Uhrzeigersinn. Ziel ist es, als erstes einmal um die Welt zu reisen, dh. einmal den Kreis zu durchlaufen.

Jede*r Spieler*in zieht eine Quizkarte. Bei einer richtigen Antwort darf der/die Spieler*in ein Feld weiterlaufen und die Karte behalten. Bei einer falschen Antwort bleibt der/dir Spieler*in auf dem Feld stehen und der/die Nächste*r ist an der Reihe. Zusätzlich gibt es Joker-Karten, die helfen, schneller um die Welt zu kommen.

Die Lösungen der Fragen stehen auf der Rückseite, daher passt auf, dass die Karten vorm Beantworten nicht umgedreht werden.

Beobachtung nach dem ersten Durchlauf des Bausteins:
Die Quizkarten reichen für eine Stationsarbeit auf jeden Fall aus. Für eine komplette Umrundung kann es gut möglich sein, dass Karten fehlen könnten. Daher kann man sagen, dass die Person gewinnt, die es am weitesten um die Welt geschafft hat.

3. Station: Siegel entwerfen

Jeder Mensch kann ein Gütesiegel kreieren, dazu gibt es keine gesetzlichen Regelungen. Die meisten Siegel werden von Prüfstellen (TÜV), Kontrollstellen (Bio-Siegel), Gütegemeinschaften (Wollsiegel) oder den Produzenten der Produkte selbst vergeben. Jetzt seid ihr – die Verbraucher – an der Reihe!

Aufgabenbeschreibung:
Gestaltet euer ideales Siegel und geht dabei auf die folgenden Fragen ein:
1. Welche Kriterien sollte euer ideales Siegel erfüllen?
2. Welche Mindestanforderungen müsste ein Produkt erfüllen um mit eurem Siegel zertifiziert zu werden?
3. Nennt konkrete Maßnahmen
4. Mögliche Bewertungskriterien (sollen als Inspiration dienen, müssen nicht verwendet werden):

  • Soziale Bedingungen (Arbeitsbedingungen...)
  • Tierwohl (Futter...)
  • Boden (Düngemitteleinsatz...)
  • Wasser (Abwasserregelungen...)
  • Management (langfristige Handelsbeziehungen...)
  • Klimaschutz (Ökoausgleichflächen...)
  • Prozess (regionaler Rohstoffbezug...)

5. Achtet ihr beim Einkaufen auf Gütesiegel? Warum?

Schreibt eure Ideen schriftlich auf.

4. Station: Verschiedene Siegel – Was bedeuten die bunten Sticker eigentlich?
(kann ggf. auch selbstständig, ohne Betreuung durch einen Experten, durchgeführt werden)

Die betreuende Person teilt die Arbeitsblätter aus und erklärt mit eigenen Worten die Aufgabenstellung. Nachdem die Teilnehmer*innen die Kriterienkataloge gelesen und zugeordnet haben (5 min), fordert er/sie alle auf ihre Lösungen zu vergleichen und korrigiert ggf. mithilfe des Lösungsblattes.

Aufgabenstellung:
Bei dieser Station könnt ihr euer Wissen über Siegel testen. Bei jedem Einkauf im Supermarkt wird man mit den bunten Stickern konfrontiert, aber was garantieren diese laut Siegel-Erfinder - ja, gesetzlich ist grundsätzlich jeder befugt ein Gütesiegel zu kreieren - eigentlich? Zweck von Siegeln ist es dem Verbraucher positive Hinweise über die Qualität oder Beschaffenheitsmerkmale eines Produktes zu liefern und den Hersteller des Produkts als vertrauenswürdig darzustellen. Erfüllen sie diesen Zweck?

Ihr findet vor euch ein Blatt mit acht bekannten Siegeln und dazu acht Kriterienkataloge vom Herausgeber des Siegels.

  • Lest das Blatt sorgfältig durch
  • Jeder ordnet für sich jedem Siegel jeweils einen Kriterienkatalog zu
  • Vergleicht eure Ergebnisse in der Gruppe

Fragen zur Anregung für nach der Stunde:

  • Warum könnte das Verbot von Gentechnik ein Kriterium vieler Siegel sein?
  • Wie wichtig ist es für euch gentechnik-freies Essen zu konsumieren? (Und im Vergleich zu anderen Kriterien?) Erfüllen die Siegel auf dem Blatt ihren (oben genannten) Zweck?

70. Minute - Abschlussdiskussion.

Alle Teilnehmenden kommen wieder in dem großen Stuhlkreis zusammen. Folgende Fragen können abhängig von der Zeit diskutiert werden:

  • Haben sich eure Entscheidungskriterien vom Anfang der Stunde im Laufe des Seminars geändert?
  • Wer ist in der Verantwortung nachhaltigen und fairen Konsum sicherzustellen?
  • Kritische “Siegel-Reflektion”:
  • Sollte es überhaupt Siegel geben? (oder wäre ein gesetzlicher Standard sinnvoller? Oder sollten negative Siegel für schädliche Produkte eingeführt werden?)
  • Welches Kriterium ist für euch am wichtigsten?
  • Hat euch etwas bei den Stationen überrascht?

Materialien zur Durchführung

  • Tafel für die Anfangsfrage
  • 1. Station: unterschiedliche Lebensmittel z.B. Apfel, Gurke, Karotte, Paprika) in „bio“ und „nicht-bio“), Zahnstocher, rote und grüne Abstimmungskarten, jeweils ein polemisch überzogener Artikel zu „bio“ und „nicht-bio“ Produkten (4-5 mal ausdrucken)
  • 2. Station: Spielanleitung, Spielbrett, Quizkarten, Spielfiguren
  • 3. Station: Aufgabenblatt, Stifte und Papier zum Schreiben
  • 4. Station: Lösungsblatt (1x), Arbeitsblätter zum Zuordnen der Siegel (1x pro Teilnehmer), Stifte

Anmerkungen.

Gekürzte Variante.

Der Baustein kann auf 60 min reduziert werden. Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Weglassen des Namensspiels und der 3. Station “Siegel entwerfen” und Kürzung der Abschlussdiskussion auf 10 min.
  2. Reduzierung der Stationsarbeit auf 10 min/Station und Kürzung der Abschlussdiskussion auf 10 min (wird weniger empfohlen, da Diskussionen in den Kleingruppen erst mit der Zeit entstehen).

Quellen

Deckblatt: https://www.nachhaltiger-warenkorb.de/siegel/bio-siegel/

Zeitungsartikel für Station 1:
https://eatsmarter.de/gesund-leben/gesundheit/neue-test-ergebnisse-warum-bio-besser
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/bio-lebensmittel-ia.html

Weltkarte Spielbrett: http://www.atoerj.org.br/rzzkzdjyjyrgwfxaynukkqzkpboxkuwegn-k136388-fja/
Quizkarten Hilfe: https://www.welthungerhilfe.de/aktuelles/publikation/detail/nachhaltigkeitsquiz/

Station 4:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/schweinemast-vergleich-der-konventionellen-mit-bio-haltung-a-882816.html https://www.tierschutzpartei.de/umwelt/landwirtschaftsformen-vergleich-konventionell-vs-bio/ https://www.alnatura.de/de-de/magazin/faq/bio-eier-fragen-und-antworten/2-was-ist-der-unterschied-zwischen-der-bio-und-der-konventionellen-legehennenhaltung https://utopia.de/siegel-guide/