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Baukasten:Trugschlüsse der Ökologie

Trugschlüsse der Ökologie

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Der Baustein „Trugschlüsse der Ökologie“ soll die Studierenden dazu anregen, über Ihre Kaufentscheidungen hinsichtlich der Ökologie nachzudenken. Denn oftmals spielen viele unterschiedliche Aspekte bei der Wahl eines Produkts eine Rolle. Es ist oftmals schwierig, hierbei einen guten Mittelweg zu finden und meist ist es sehr schwierig ein Produkt als komplett gut oder schlecht anzusehen. Es wird immer einen sogenannten „Trade-Off“ zwischen unterschiedlichen Aspekten geben. Dieses Verständnis soll der Baustein fördern und die Teilnehmenden dazu anregen, sich aktiv Gedanken über unterschiedliche Aspekte zu machen. Denn wenn man sich dieser unterschiedlichen Aspekte bewusst ist, dann ist es einfacher fundierte und bewusste Kaufentscheidungen zu treffen. Dieser Baustein kann und sollte immer wieder auf aktuelle Entwicklungen angepasst werden und ist damit in der Lage auf aktuelle Entwicklungen einzugehen. Denn Kaufentscheidungen werden Menschen immer treffen müssen und wenn man Sie dazu anregt sich aktiv mit den unterschiedlichen Aspekten auseinanderzusetzen, dann können sie diese besser treffen. Parallel dazu regt dieser Baustein auch zu einer Diskussion darüber an, ob wir überhaupt in der Lage sind gute bzw. richtige Entscheidungen zu treffen. Die Rolle der Industrie und er Politik in diesem Themenkomplex soll während der Abschlussdiskussion beleuchtet werden.

Titel
Trugschlüsse der Ökologie
Thema
Ermittlung und Reflexion von Kategorien, nach denen man die Nachhaltigkeit von Produkten bewerten und Trugschlüsse zukünftig vermeiden kann.
Typ
Baustein mit Spiel und Wissensspeicher
Schlagwörter
Trugschlüsse, Nachhaltigkeit, Ökologie
Lernziele
Den Studierenden ein bewusstes Auseinandersetzen mit täglichen Kaufentscheidungen vermitteln.
Kompetenzen
Hier eine oder mehrere Kompetenzen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung benennen, die erworben werden:

1) Persepektivübernahme;

2) Kritisches Auseinandersetzen;

3) Reflexion des eigenen Verhaltens;

4) Bewältigung individueller Entscheidungsdilemmas;

Lernformen
Kommunikation, Kooperation, Problemanalyse
Methoden
Kooperative Entscheidungsfindung in Kleingruppen. Spielerisch, kreative Reflexion des eigenen Verhaltens.
Gruppengröße
Min. 12; Max. 32
Dauer
60 Min.
Material und Räume
Beamer, Laptop, Seminarraum Der Punkt Download wird automatisch eingefügt und verweist immer auf die gleiche Seite.
Qualität
Hohe Aktualität möglich. Bietet die Möglichkeit die aktuellsten Themen auf diesem Gebiet zu berücksichtigen. Die Qualität kann jedes Jahr dadurch weiter gesteigert werden, indem eine Anpassung an aktuelle Entwicklungen erfolgt.
Semester
WS 18/19


Vorbereitung

Vorbereitung für die Moderation

Kurzes Auseinadersetzen mit der Thematik anhand der beiligenden Informationen und des Ablaufplans.

Vorbereitung für die Teilnehmenden

Offenheit sich mit ihren Kaufentscheidungen auseinanderzusetzen.

Materialien und Räume

Seminarraum. Zwei Laptops. Beamer. Tafel und Kreide.

Ablaufplan.

Alle Zeitangaben können während der Durchführung flexibel gehandhabt werden. Sie sollen nur eine groben Ablauf darlegen.

Vorbereitung im Raum

Wissensspeicher an vier Tischen im hinteren Teil des Raums aufbauen. Beamer und Laptop aufstellen. Stuhlkreis im vorderen Bereich anordnen. Zweiten separaten Laptop mit Timer für die Powerpoint Karaoke aufstellen.

Begrüßung und Ankündigungen [ca. 2 Min].

Begrüßung zum Baustein "Trugschlüsse der Ökologie“ .

70% unserer Kaufentscheidungen treffen wir erst im Supermarkt. Somit fällt eine Recherche zu bestimmten Artikeln oft weg. Wir wollen uns der Frage nähern: Sind wir in der Lage ökologischere bzw. nachhaltigere Produkte als solche zu erkennen? Woran können wir festmachen, ob ein Produkt nachhaltiger ist?

Meinungsbild [ca. 3 Min].

Um ein erstes Meinungsbild zu diesem Thema zu erhalten, werden folgende Ja/Nein Fragen gestellt und die Studierenden müssen sich ihren Antworten entsprechend im Raum aufstellen.

• Spielt die Nachhaltigkeit eines Produkts für euch bei der Kaufentscheidung eine Rolle?

• Wer achtet beim Kauf von Produkten auf mögliche Siegel?

• Wer glaubt, bei spontanen Käufen in der Lage zu sein, das ökologischere Produkt zu erkennen?


Aufteilen der Studierenden in vier Teams.

Trugschlussfragen [ca. 10 Min].

Nachfolgende Fragen werden den Gruppen gestellt. Die Antworten werden an der Tafel notiert. Diese Fragen werden die Studierenden immer wieder vor eine Wahl zwischen zwei oder mehr Produkten stellen. Jede Frage wird kurz eingeleitet, um das Interesse zu steigern. Die Gruppen erhalten eine kurze Bedenkzeit und müssen sich dann für das aus ihrer Sicht ökologischste Produkt entscheiden.

• Herkömmliche Plastiktüte | Bioplastiktüte | Papiertüte

• Einkauf im Juni: Deutscher Apfel | Neuseeländischer Apfel

• Elektroauto | Auto mit Verbrennungsmotor

• Banane | Avocado | Zitrone | Kokosnuss

• Bei welcher Person vermutet ihr einen höheren Sojakonsum: Fleischliebhaber_in | Vegetarier_in mit Fabel für Tofu

Gruppenarbeit [ca. 10 Min].

Die Gruppen erhalten Wissensspeicher zu den Themen/Kategorien:

• CO2-Fußabdruck

• Wasserverbrauch während der Herstellung

• Ressourcenverschwendung

• Arbeitsbedingungen für die Beteiligten der Herstellung

Jede Gruppe bereitet sich nach dem Studium der Wissensspeicher auf eine Power Point Karaoke zu ihrem jeweiligen Thema vor. Die Folien erhalten die Gruppen vorab.

Power-Point Karaoke [ca. 15 Min].

Jede Gruppe hat jeweils 3 Minuten Zeit, ihr Thema den anderen Studierenden zu präsentieren. Somit haben alle Gruppen nach diesen Vorträgen ein annährend gleiches Wissen zu den vier wichtigen Kategorien, nach denen wir die Nachhaltigkeit von Produkten bewerten können. 1 Min. vor Ablauf der Zeit eine "Warnkarte" hochhalten.

Reflektion in Gruppen [ca. 5 Min].

Die Gruppen erhalten nochmals 3 Minuten, um sich zu beraten und ihre Antworten auf die Trugschlussfragen zu diskutieren und eventuell zu ändern. Die Änderungen werden dann 2 Minuten lang den anderen Gruppen erklärt. In dieser Phase soll eine erste Reflektion der gegebenen Antworten stattfinden und die Studierenden sollen sich intensiver mit den Kategorien auseinandersetzen.

Nach dieser Runde wird das Werkzeug "Qual der Wahl" verteilt.

Abschlussdiskussion [ca. 15 Min].

Gemeinsame Diskussion in großer Runde. Folgende Fragen sollen der Gruppe gestellt werden:

• Gibt es für euch weitere wichtige Kategorien?

• Was müssen die Politik, die Industrie und/oder die Konsumenten ändern, um Entscheidungen bezüglich der Nachhaltigkeit von Produkten zu verbessern bzw. zu erleichtern? Wann ist welche der genannten Parteien in der Pflicht, etwas zu ändern?

• Sind wir als Konsumenten wirklich in der Lage, immer auf die Nachhaltigkeit von Produkten zu achten?

Als Abschluss des Bausteins bekommen alle Teilnehmenden die Möglichkeit, die folgende Frage mit einem Schlagwort und einem Satz zu beantworten.

• Welche Kategorie ist euch persönlich am wichtigsten und wieso?

Hinweise und Anmerkungen.

Von den Verfasser_innen.

Aufteilung des Raumes sollte an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden. Eine Anpassung der zu treffenden Entscheidungen während des Quizes an aktuelle Themen/Objekte ist empfehlenswert, um die innere Auseinandersetzung der Studierenden mit dem Thema zu fördern.

Materialien zur Durchführung.

Wissensspeicher.

Benötigte Materialien sind in der Cloud zu finden.

Literaturhinweise und Quellen.

  • Patrick Bernau für die FAZ vom 23.05.2017

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/coffee-to-go-umweltanalysen-von-mehrwegbechern-und-einweg-15029225.html

  • Cindy Michel für WIRED am 12.10.2017

https://www.wired.de/collection/business/engpass-bei-lithium-ionen-akku-produktion-geht-dem-elektroautos-bald-der-saft-aus

  • Fleischatlas 2014 - Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel, Heinrich-Böll-Stiftung, Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland und Le Monde.

diplomatique.https://www.foeeurope.org/sites/default/files/publications/140108_bund_landwirtschaft_fleischatlas_2014.pdf

  • Diese Lebensmittel verbrauchen am meisten Wasser in der Herstellung!

http://www.sonnenseite.com/de/umwelt/diese-lebensmittel-verbrauchen-am-meisten-wasser-in-der-herstellung.html

  • Wasser; Anteil der jährlichen Frischwasserentnahme an den sich erneuernden Wasserressourcen in Prozent, Stand: 2016

https://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/globalisierung/52730/wasserverbrauch

  • Indirekter Wasserverbrauch; Wie viel Wasser steckt in Kleidung und Nahrung?

https://www.br.de/radio/bayern1/inhalt/experten-tipps/umweltkommissar/wasserverbrauch-virtuell-herstellung-umweltkommissar-100.html

  • Arbeitsbedingungen in der globalisierten Textilwirtschaft, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

https://www.bmz.de/de/themen/textilwirtschaft/hintergrund/index.html

  • GLOBALE KONZERNE PROFITIEREN VON KINDERARBEIT AUF PALMÖL-PLANTAGEN, Amnesty International

https://www.amnesty.de/2016/11/30/globale-konzerne-profitieren-von-kinderarbeit-auf-palmoel-plantagen

  • Kinderarbeit und Hungerlohn auf Palmöl-Plantagen, RP Online

https://rp-online.de/panorama/ausland/kinderarbeit-und-hungerlohn-auf-palmoel-plantagen-in-indonesien_aid-19784647

  • Arbeitsbedingungen

http://www.wirtschaftslexikon24.com/d/arbeitsbedingungen/arbeitsbedingungen.htm

  • Amazon und Zulieferer Foxconn wegen Arbeitsbedingungen in der Kritik, Handelsblatt

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/china-amazon-und-zulieferer-foxconn-wegen-arbeitsbedingungen-in-der-kritik/22669406.html?ticket=ST-2886592-aPYV5ROXv9256ffDq6IT-ap4

  • Unmenschliche Arbeitsbedingungen bei Foxconn bleiben bestehen, Humanrights

https://www.humanrights.ch/de/menschenrechte-themen/tnc/nachrichten/unmenschliche-arbeitsbedingungen-foxconn

  • "Ich konnte mich kaum noch aufrecht halten", Mathias Fiedler

http://www.spiegel.de/spiegel/unispiegel/apple-student-arbeitet-undercover-in-iphone-fabrik-und-ist-geschockt-a-1161151.html

  • Hungerlöhne – Schwere Vorwürfe gegen Aldi & Co., Oliver Haustein-Teßmer

https://www.welt.de/wirtschaft/article1900578/Hungerloehne-Schwere-Vorwuerfe-gegen-Aldi-Co.html

  • Schmutziges Kobalt aus dem Kongo, Frank-Thomas Wenzel

https://www.fr.de/wirtschaft/schmutziges-kobalt-kongo-10972972.html

  • Angst vor der Kobalt-Krise, Marvin Strathmann

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/rohstoffe-angst-vor-der-kobalt-krise-1.4037013

  • Saubere Autos, dreckige Batterien, Elisabeth Weydt und Kai Küstner

https://www.deutschlandfunk.de/kobaltabbau-im-kongo-saubere-autos-dreckige-batterien.766.de.html?dram:article_id=436683