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Baukasten:Zero Waste: unverpackt leben

Zero Waste: unverpackt leben

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"Zero waste" übersetzt hat zwei Bedeutungen, "Null Abfall" und "Null Verschwendung". Kein (bzw. nur wenig) Müll zu produzieren, aber auch Dinge zu recyceln, wieder zu verwenden oder zu reparieren sind Bestandteil des "Zero Waste"-Lifestyle. Gerade beim Kauf von Haushaltswaren wie Shampoo fällt es auf, dass es nicht oder nur sehr selten möglich ist, auf Plastik zu verzichten.

Titel
Zero Waste: unverpackt leben
Thema
In diesem Baustein wird anhand von einfachen Rezepten gezeigt, wie einfach man Plastikmüll einsparen kann, in dem man einige Kosmetik- und Haushaltsprodukte selber herstellt.
Typ
Baustein, Gruppenarbeit
Schlagwörter
Zero Waste, DIY, Plastik, Müll, Verschwendung
Lernziele
- Sensibilisierung zum Thema Zero Waste und der Müllproblematik
- Reflexion der eigenen Verhaltensweisen im täglichen Umgang mit dem Themenkomplex Müll
- Aufzeigen persönlicher Handlungsmöglichkeiten durch Erlernen einfacher Rezepte
Kompetenzen
Partizipation, Motivation, Persepektivübernahme, Kooperation, moralisches Handeln
Lernformen
kreativ, kooperativ
Methoden
Selbsteinschätzung, Fakten über Müll, Herstellung von Haushaltswaren, Gruppenarbeit
Gruppengröße
8-30 Personen
Dauer
60 min
Material und Räume
Großer Raum mit Wasseranschluss, Plakate, Faktenkarten, Rezeptkarten, Infokarten zu Zutaten, Zutaten für Rezepte
Qualität
Die Qualität ist gut. Für weitere Durchführungen kann optional ein Wissensspeicher bzw. zusätzliche Rezepte noch eingebaut werden.
Semester
Wintersemester 2017/18


Vorbereitung

Vorbereitung für die Moderation

Das Testen der Rezepte im Vorfeld ist obligatorisch. Zudem sollte der "Zero Waste"-Gedanke verinnerlicht werden.

Vorbereitung für die Teilnehmenden

Es sind keine Vorbereitung der Teilnehmenden notwendig. Optional können Gefäße wie Gläser o.Ä. zum mitnehmen der hergestellten Haushaltswaren mitgebracht werden.

Materialien und Räume

-großer Raum mit Wasseranschluss
-alle Zutaten anhand der Rezeptkarten
-Wasserkocher, Küchenwaage, Schüsseln, Gläser
-Faktenkarten und Rezeptkarten
-Lappen zum Aufräumen

Ablaufplan.

Vorbereitung im Raum

In der einen Raumhälfte wird ein Stuhlkreis aufgebaut, wobei jeweils eine Faktenkarte auf einem Stuhl gelegt wird. In der Anderen werden 5 Gruppentische bereitgestellt, auf denen werden alle Zutaten, Zubehör und Rezept- und Infokarten (für jede Zutat, die im Rezept gebraucht wird) für jeweils ein Rezept plaziert. DIe Aufgabenstellung wird für die Gruppenarbeit in Schlagworten an die Tafel geschrieben und verdeckt.

00. Minute - Begrüßung und Ankündigungen.

Die Moderation begrüßt die Teilnehmenden und stellt den Ablauf des Bausteins sowie den "Zero Waste"-Gedanken kurz vor.

02. Minute - Selbsteinschätzung als Einstieg.

Das Ziel der Selbsteinschätzung ist die Teilnehmenden für das Thema "Zero Waste" zu sensibilisieren und Gleichzeit zu analysieren, welche Rolle der "Zero Waste"- Gedanke im Alltag spielt.

Durchführung:
Für die Selbsteinschätzung stellen sich die Teilnehmenden im Raum auf. Der Raum wird in eine "Ja" und eine "Nein" Seite aufgeteilt. Alle sollen sich klar zu „Ja“ oder „Nein“ positionieren, d.h. es sind keine Zwischenpositionierungen zugelassen. Es wird von den Durchführenden jeweils um ein Kommentar von der „Ja“ und „Nein“ Seite gebeten . Weitere Diskussionen sind hier nicht erwünscht, bzw. bleiben unkommentiert (hier kann auf die Abschlussdiskussion verwiesen werden).


Fragen:
• Ich mache mir aktiv Gedanken, wie ich weniger Müll im Alltag produzieren könnte?
• Ich denke ein Leben ohne Plastik ist teurer?
• Ich habe das Gefühl durch meinen Verzicht auf Müll leiste ich einen Beitrag zum Thema Umweltschutz?
• Ich würde GUTE Freunde darauf hinweisen, wenn diese mit dem Thema Verpackung sehr verschwenderisch umgehen?
• Ich wäre bereit meinen Alltag zu ändern, um weniger Plastik zu nutzen?

10. Minute - Faktenkarten.

Die Studierenden werden gebeten im Stuhlkreis Platz zu nehmen. Auf ihren Sitzen liegen Faktenkarten, die der Reihe nach kommentarlos vorgelesen werden. Dieser Teil des Bausteins dient der Informationsvermittlung und soll vor allem die Relvanz der globalen und regionalen Müllproblematik verinnerlichen. Am Ende der Sitzung teilen sich die Studierenden durch Abzählen in 4 Gruppen ein und gehen zu den Gruppentischen.

15. Minute - Durchführung der Rezepte.

Das Ziel hierbei ist es, den Aufwand, die Kosten und die Verpackung von selbst hergestellten Haushalts- und Kosmetikprodukten einschätzen zu können.
Zunächst wird kurz der Ablauf der Rezeptdurchführung erklärt. Dann wird anhand der bereitgestellten Rezeptkarten, Materialien und Hilfsmittel pro Tisch ein Produkt hergestellt. Nach der Herstellung soll ein Plakat mit folgenden Informationen innerhalb der Gruppe erarbeitet und anschließend vorgestellt werden:

  • Produktvorstellung: Was ist das Produkt und woraus wurde es hergestellt ?
  • Kostenanalyse und Verpackungsersparnis im Vergleich zum Industrieprodukt: Anhand der angegebenen Grundkosten der Zutaten soll der Preis des hergestellten Produkts berechnet und mit dem herkömmlichen, auf der Rezeptkarte angegebenen Produkt verglichen werden. Außerdem wird reflektiert, wie viel (Plastik-)Verpackung man einspart.
  • weitere Vor- und Nachteile
  • persönliche Einschätzung der Sinnhaftigkeit: Würde ich das Produkt verwenden ? Ist es mir den Aufwand der eigenen Herstellung wert ?

Die Plakatinformationen können vor Beginn des Bausteins auf die Tafel geschrieben und nun aufgedeckt werden.


33. Minute - Vorstellung der Gruppenarbeit

Jede Gruppe stellt das Produkt und das zugehörige Plakat vor. Alle Gruppen gehen gemeinsam von Tisch zu Tisch und präsentieren sich gegenseitig ihre Ergebnisse und Einschätzungen. Die Präsentation sollte nicht länger als eine Minute dauern. Hierbei können von der Moderation nachfragen gestellt werden, z.B. zu Aspekten der Aufgabenstellung, auf die noch nicht eingegangen wurde.

40. Minute - Kurzer Film.

Zum Einstieg in die Abschlussdiskussion wird ein kurzer Ausschnitt (bis 2:30) eines Films über Lauren Singer gezeigt, die den "Zero Waste"-Lifestyle lebt.

45. Minute - Abschlussdiskussion

Ziel ist es, die Teilnehmenden in der Abschlussdiskussion nochmals mit den Fakten zu konfrontieren und sich anschließend mit den vorgeschlagenen Alternativen in großer Runde auseinanderzusetzen und sowohl positive als auch negative Aspekte hervorzuheben und abzuwiegen. Die Teilnehmenden finden sich wieder im Stuhlkreis zusammen. Jede/r nimmt sich erneut seine/ihre Faktenkarte, um sich die Relevanz des Handlungsbedarfs nochmals ins Gedächtnis zu rufen. Einleitend werden die Teilnehmenden im Rückblick darum gebeten, die hergestellten Produkte zu bewerten und zu kommentieren, ob sie sich vorstellen könnten, welche von diesen anzuwenden.

Mögliche Fragen bei unflüssigem Diskussionsfluss:

-Wie realistisch seht Ihr die Umsetzung des Zero Waste Lifestyles für euch persönlich bzw. für welche gesellschaftlichen Gruppen?
-Wo seht ihr Grenzen bei der Umsetzung?
-Wie viel Prozent eures Alltagsmülls könntet Ihr mit akzeptablem Aufwand einsparen?
-Wie betrachtet ihr das Thema Zero Waste vor dem Hintergrund des "TING-D" Modells?

Hinweise und Anmerkungen.

Von den Verfasser_innen.

Um auf eventuelle Rückfragen seitens der Durchführenden vorbereitet zu sein, sollten die Rezepte im Vorfeld ausprobiert werden.

Gekürzte Variante.

Für eine kürzere Durchführung können zum folgenden Maßnahmen ergriffen werden:
- Video vor der Abschlusspräsentation ersatzlos streichen
- weniger Faktenkarten als vorgegeben verteilen und vorlesen
- weniger Rezepte und damit Präsentationen durchführen

Materialien zur Durchführung.

siehe Abschnitt "Vorbereitung".

Literaturhinweise und Quellen.