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Baukasten:Denkanstöße über das Verhältnis Arbeit und Zeit

Denkanstöße über das Verhältnis Arbeit und Zeit

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Die Teilnehmenden des Bausteins sollen sich dem Thema Arbeit und Zeit nähern, in dem sie die Arbeitsformen und gesellschaftliche Bereiche, in die diese Thema reicht, näher betrachten. Hierbei wird zunächst das Themengebiet durch eine Interview zum Thema Entschleunigung angestoßen. Im Anschluss wird sich dem theoretisch durch einen Wissensplakat genähert. Daraufhin wird die Gruppe in Rollen eingeteilt. Jede Rolle hat einen unterschiedlichen gesellschaftlichen und persönlichen Schwerpunkt. Aufbauend wird als Rollenspiel eine Diskussion in einem Unternehmen simuliert, um die unterschiedlichen Ziele und Handlungsmöglichkeiten der Charaktere zu beleuchten. Im Anschluss folgt eine Diskussion über das Spiel. Der Baustein schließt mit einem Feedback ab.

Titel
Denkanstöße über das Verhältnis Arbeit und Zeit
Thema
Denkanstöße über das Verhältnis Arbeit und Zeit im eigenen Leben und in Bezug auf die Gesellschaft aufnehmen und miteinander diskutieren
Typ
Baustein
Schlagwörter
Arbeitsformen, Zeitwohlstand, Konzept der kurze Vollzeit
Lernziele
Bedeutung von Arbeit in der Gesellschaft erkennen, eigene Vorstellung von Arbeit-Zeit-Verhältnis erkennen, neue Arbeitsformen kennenlernen, Spannungsverhältnis Erwerbsarbeit zu unentlohnter Arbeit
Kompetenzen
Kompetenz zur Persepektivübernahme, Kompetenz zur Antizipation, Kompetenzen zur Bewältigung individueller Entscheidungsdilemmata, Kompetenz zur Partizipation, Kompetenz zur Motivation, Kompetenz zur Reflexion auf Leitbilder, Kompetenz zum moralischen Handeln
Lernformen
kreativ, kooperativ, faktenorientiert, systemorientiert
Methoden
Wissensplakat, Diskussions-Spiel, eigene Reflexion
Gruppengröße
10-30
Dauer
90 Min
Material und Räume
Wissensplakat, Rollenbeschreibung der vier Personen, „rote Karten“, 2 Reflexionszettel je Teilnehmende, Diskussionsbühne
Qualität
sehr gut
Semester
Sommersemester 2014


Vorbereitung

Vorbereitung für die Moderation

Einarbeitung in den Baustein, Vorbereitung aller Materialien.

Vorbereitung für die Teilnehmenden

Für die Teilnehmende sind keine besonderen Voraussetzungen nötig. Sie müssen sich nur auf die Rollen einlassen und die Perspektive wechseln.

Materialien und Räume

Wissensplakat, Rollenbeschreibung der vier Personen, „rote Karten“, 2 Reflexionszettel je Teilnehmende, Diskussionsbühne, Beamer, Laptop

Ablaufplan.

Vorbereitung im Raum

Wissensspeicher aufbauen. Diagramm anzeichnen.

00. Minute - Begrüßung und Ankündigungen.

Die Moderation begrüßt die Teilnehmenden und stellt den Ablauf des Seminartermins vor.

05. Minute - Einleitung.

Zunächst wird das Interview mit Hartmut Rosa (s. Anhang) am besten in zwei Rollen vorgelesen.

10. Minute - Ausfüllen 1. Reflexionskarten.

Die Reflexionskarten (s. Anhang) werden verteilt. Jeder Teilnehmende soll eine Verteilung seiner Zeitgewichtung nach seinem aktuellen Leben auf dem Graphen darstellen. Die Bereiche Karriere, Familie, Ehrenamt und Freizeit müssen insgesamt 100% ergeben.

15. Minute - Wissensplakat.

Im Anschluss haben die Teilnehmenden Zeit sich die Wissensplakate durchzulesen. Im Ordner Medien befinden sich die Podcasts. Hinweis zur Anbringung: Das Wissensplakat soll ein Mindmap darstellen. Dafür die großen Plakate in der Reihenfolge nebeneinander aufhängen. In den freien Raum zwischen Plakat 1 und 2 wird das A4-Plakat geklebt. Um das Mindmap zu vervollständigen Verbindungen zwischen den einzelnen Punkten zeichnen. Der Aufbau der Wissensplakate ist dem owncloud-Ordner zu entnehmen.

30. Minute - Spielerklärung und Gruppeneinteilung.

Der Spielleiter liest die Kurzbeschreibung vor: „Der Chef der Firma Zeitnot GmbH aus Göttingen sitzt mit drei seiner Mitarbeiter am runden Tisch. Anlass ist eine kürzlich durch den neuen Personalleiter durchgeführte Mitarbeiterbefragung zu ihrem persönlichen Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Das Ergebnis war miserabel, obwohl das mittelständische Unternehmen floriert und der Chef sich für umgänglich hält. Eines der Hauptprobleme vieler Mitarbeiter sind ihre Arbeitszeiten. Was eine Arbeitszeitverkürzung für jeden einzelnen bringen könnte und inwieweit dies im Unternehmen umsetzbar wäre soll diskutiert werden.“ Mit Hilfe der Spielerklärungsfolien (s. Anhang) erklärt der Spielleiter den Ablauf des Spieles. Danach werden die vier Rollenbeschreibungen (Reinigungsfachkraft, Produktionsarbeiter, Forschungsleiter, Chef) zufällig in der Gesamtgruppe verteilt und bestimmen die Gruppenmitglieder.

35. Minute - Gruppenphase.

Die vier Gruppen finden sich an getrennten Tischen zusammen und tauschen sich über ihre Person aus, machen sich deren Ziele klar, denken sich eigene Argumente mithilfe des Wissensplakats aus. Je nach Zeitbedarf erhalten sie nach 5-10 min. weitere vorgegebene Argumente. Der Spielleiter nutzt die Zeit um sich die Rollenbeschreibungen der einzelnen Personen durchzulesen und macht sich Notizen. Die Gruppe wählt eine Person für die Diskussion aus.

50. Minute - Spielphase.

Für den Moderator befindet sich im Anhang eine gesonderte Spielanleitung. Nun finden sich die Personen für die Diskussion in einem Halbkreis zusammen. Der Spielleiter übernimmt die Funktion des Moderators und gibt jedem Teilnehmer der Runde 1-2min. Zeit sich vorzustellen. Die Diskussion wird darauf folgend vom Moderator mit dem Ziel der Konsensfindung initiiert. Jedes Mitglied bringt seine Argumente vor und tritt somit in Konflikt mit den anderen Parteien bzw. dem Chef. Die Möglichkeit des Wechsels eines Diskutanten innerhalb der Gruppe besteht einmal mit dafür vorgesehenen roten Karten. Der Moderator kann um die Diskussion anzuregen auf folgende Punkte eingehen:

  • Möglichkeit des Streiks
  • alternative Arbeitsformen (s. Wissensplakat)

Anschließend fassen die Gruppenmitglieder die Ergebnisse ihrer Rolle in der Diskussion im großen Kreis zusammen.

70. Minute - Ausfüllen 2. Reflexionskarten und Diskussion über Spiel

In das Diagramm, in welches vor dem Spiel gezeichnet wurde, kann jetzt noch ein Graph mit den Wunschvorstellungen für die Zukunft eingezeichnet werden.

80. Feedback.

Der Spielleiter moderiert nun eine Diskussion:

  • Welche Ideen/Gedanken waren für dich neu?
  • Welche Erfahrungen hast du in der Arbeitswelt mit Bezug auf Zeitwohlstand schon gemacht?
  • Welche weiterführende Frage stellst du dir?
  • Was kritisierst du?


Hinweise und Anmerkungen.

Von den Verfasser_innen.

Die Spielleitung muss der Gruppe deutlich machen, dass es sich um ein Rollenspiel handelt und ganz deutlich den Spielbeginn und das Spielende signalisieren. Nach Spielende sind die Rollen nicht mehr existent. Grundlage für den Baustein war die Studie „Arbeit, Glück und Nachhaltigkeit“ des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie. (s. Ordner Literatur) Während des Spieles soll der Spielleiter auf einen Konsens hinzielen. Wird dieser nicht erreicht, steht es ihm frei das Rollenspiel zu beenden. Die Reflexionskarten sind für jeden Teilnehmenden individuell. Die Diskussion gibt die Möglichkeit darauf einzugehen.

Feedback nach späterer Durchführung:

Um eine bessere Einführung in die Situation zu geben sind Requisiten denkbar, auch die Gestaltung des Raumes als Meetingsaal bzw. Büro sind wünschenswert. Das Spiel ist kein Spiel an sich und sollte demzufolge umbenannt werden. Oder eine konkretere Bezeichnung wie z.B. Rollenspiel ist denkbar. Das Wissenschaftsplakat sollte auch Beispiele enthalten, welche einen Bezug zur studentischen Arbeit haben. Die Intergierung der Arbeit in deren Alltag/Freizeit. Die auf dem Plakat genannten Beispiele sind teilweise zu uninteressant, da der Bezug zu weit in der Zukunft liegt. Ein Bezug zu anderen Arbeitszeitmodellen bzw. alternativen Unternehmensführungen sollten mit eingearbeitet werden. Die Roten Karten kann man weglassen.

Gekürzte Variante.

Materialien zur Durchführung.

Wissensplakat, Rollenbeschreibung der vier Personen, „rote Karten“, 2 Reflexionszettel je Teilnehmende, Diskussionsbühne, Beamer, Laptop

Literaturhinweise und Quellen.