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Baukasten:Greenwashing

Greenwashing

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In der ersten Phase entwickeln die Teilnehmenden in Kleingruppen kurze Marketingstrategien basierend auf jeweils einem Prinzip des Greenwashings und stellen diese der gesamten Gruppe vor. Ziel ist es, eines der Prinzipien möglichst pointiert darzustellen. Ein kleiner „TV-Spot“ zum bewerben ganz beweisloser Behauptungen, eine Posterskizze mit einem besonders „grünen“ Label sind nur zwei von vielfältigen Möglichkeiten. Die zweite Phase dient zur Erarbeitung und Diskussion von unterschiedlichen Entscheidungshilfen, auf die man insbesondere in der Form von Zertifikaten trifft. Die Teilnehmenden stehen vor der Herausforderung zu sehen, wo die Schwächen und Stärken einzelner Hilfen sind.

Titel
Greenwashing
Thema
Greenwashing Prinzipien und Strategien; Label, Zertifikate u.ä. Entscheidungshilfen im Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereich
Typ
Baustein
Schlagwörter
Greenwashing, Entscheidungshilfen, Orientierungshilfen, Label, Zertifikate, Blauer Engel, EMAS, EPD, Global Compact, Ökobilanzen
Lernziele
Die Teilnehmenden sollen lernen, Methoden des Greenwashing zu erkennen, sowie Entscheidungs-/Orientierungshilfen für die Ingenieurarbeit und das Privatleben einzuschätzen. In diesem Fall geht es insbesondere um schnelles Erkennen und Kommunizieren der Kernpunkte und um das Vermitteln der Individualverantwortung (wie kann der/die Einzelne etwas bewegen).
Kompetenzen
Hier eine oder mehrere Kompetenzen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung benennen, die erworben werden: 1) Kompetenz zur Persepektivübernahme; 2) Kompetenz zur Antizipation; 3) Kompetenz zur disziplinübergreifenden Erkenntnisgewinnung; 4) Kompetenz zum Umgang mit unvollständigen und überkomplexen Informationen; 5) Kompetenz zur Kooperation; 6) Kompetenzen zur Bewältigung individueller Entscheidungsdilemmata; 7) Kompetenz zur Partizipation; 8) Kompetenz zur Motivation; 9) Kompetenz zur Reflexion auf Leitbilder; 10) Kompetenz zum moralischen Handeln; 11) Kompetenz zum eigenständigen Handeln; 12) Kompetenz zur Unterstützung anderer
Lernformen
kreativ, kooperativ, faktenorientiert
Methoden
Gruppenarbeit/-puzzle, Speedreading, Lernslogan, Web 2.0
Gruppengröße
Idealerweise 14-28 Teilnehmende. Unterschreiten erfordert etwas Improvisation. Überschreiten behindert die Kernziele, ist bis maximal 35 Personen jedoch möglich.
Dauer
90 min
Material und Räume
Stoppuhr, Ausdrucke der Anhänge bzw. original Infobroschüren; optional: Beamer, Notebooks (der Teilnehmenden), Internetzugang (WLAN). Funktioniert auch in fest bestuhlten Räumen.
Qualität
gut
Semester
WiSe 10/11


Vorbereitung

Vorbereitung für die Moderation

Einlesen in den Baustein. Der/die Durchführende braucht einen guten inhaltlichen Überblick. Die Factsheets mit den jeweils 10 wichtigsten Fakten im Anhang sollten die häufigsten Fragen beantworten können. Fragen, die nicht zu klären sind, werden verschriftlicht und bilden die Hausaufgabe für die Teilnehmenden. Extremfall: Sollte weder Beamer noch eine zweite Tafelfläche zur Verfügung stehen, werden die bildliche Darstellung der Gruppenarbeitsphasen als „Handout“ ausgeteilt.

Vorbereitung für die Teilnehmenden

keine

Materialien und Räume

Stoppuhr, Ausdrucke der Anhänge bzw. original Infobroschüren; optional: Beamer, Notebooks (der Teilnehmenden), Internetzugang (WLAN). Funktioniert auch in fest bestuhlten Räumen.

Ablaufplan.

Vorbereitung im Raum

00. Minute - Einleitung.

Zur Einführung in den Modulbaustein dient ein kurzer, ansprechender Videoclip zum Thema Greenwashing. Eine aktuelle Vorauswahl ist über den Youtube Kanal von Blue Engineer verfügbar. Gerne können Teilnehmende selbst neue Videoclips einbringen (ankündigen!). Nun sollten der genaue Ablauf und die Lernziele erklärt werden. Alternative: Steht kein Beamer zur Verfügung, wird zum Aktivieren der Teilnehmenden Begriffe zu den Themen an der Tafel gesammelt und Mind Map ähnlich grob strukturiert.

15. Minute - Phase 1.

Mindestens 7 Gruppen (7 Prinzipien) zu maximal 4 Personen Die „Sieben Sünden des Greenwashings“ (7 Prinzipien) werden ausgeteilt, jede Gruppe erhält per Zufallsverfahren jeweils nur ein Prinzip, eine Produktart (Handy, Auto, Nachhaltigkeitsbericht, ...) und zwei mögliche Werbeformen (Plakat, Radiowerbung, Fernsehwerbung, ...). Nun versetzen sich die Teilnehmenden in die Position eines Unternehmens, dass Greenwashing betreiben möchte. Jede Kleingruppe entwickelt aus dieser Perspektive heraus zügig (5min) eine möglichst passende Marketingstrategie zu ihrem Prinzip. Dann stellen die 7 Gruppen ihr Prinzip des Greenwashings anhand ihrer Marketingstrategie kurz vor (je ca. 3min). Ideal wären hier Lernslogans, welche den Inhalt knackig zusammenfassen.

45. Minute - Übergang.

Ein zweites Kurzvideo schließt den Teil Greenwashing ab. Der/die Durchführende stellt den Zusammenhang zwischen Greenwashing und Entscheidungshilfen her und leite in die Phase 2 über. Im Anhang befindet sich eine Anregung den Übergang zu gestalten.

50. Minute - Phase 2.

3-4 Personen pro Expertengruppe Es gibt fünf exemplarisch ausgewählte Entscheidungshilfen, mit denen sich jeweils eine Expertengruppe intensiver auseinander setzt. Jede Gruppe verschafft sich dabei innerhalb von 10 Minuten möglichst viel Expertise zu ihrer Entscheidungshilfe. In dieser Zeit müssen die Teilnehmenden also Broschüren und Kurzbeschreibungen (siehe Anhang) grob durchlesen und sich kurz darüber austauschen, damit möglichst alle Experten auf dem gleichen Wissensstand sind. Die erste Gruppenpuzzle-Runde (7min) beginnt. Dazu teilen sich die Expertengruppen auf und werden so zusammen gepuzzelt, dass in jeder entstehenden Gruppe möglichst keine Entscheidungshilfe doppelt vertreten ist. Jede Expertin bzw. jeder Experte innerhalb eines Gruppenpuzzles hat dann eine Minute Zeit ihre bzw. seine Entscheidungshilfe den anderen vorzustellen. Im Anschluss diskutieren alle Experten eines jeden Gruppenpuzzles ihre Entscheidungshilfen in Bezug auf deren Glaubwürdigkeit. Es folgt eine zweite Gruppenpuzzle-Runde (7min) mit möglichst neuer Zusammensetzung der Entscheidungshilfen.

80. Minute - Abschluss.

Die Teilnehmenden fassen die wichtigsten Lernergebnisse des Modulbausteins mit eigenen Worten zusammen. Es folgt das Feedback.

Variation

Dieser Modulbaustein kann auch in zwei einzelne Modulbausteine aufgeteilt werden, sollte der gewünschte Schwerpunkt eher auf der detaillierten Auseinandersetzung mit den einzelnen Greenwashing Prinzipien bzw. Entscheidungshilfen liegen. Vom Grundaufbau bleiben die Modulbausteine dabei gleich; Einführung, Hauptteil, Abschluss. Lediglich der Hauptteil besteht dann nur aus einer der beiden Phasen des ursprünglichen Modulbausteins. Außerdem kann es auch sinnvoll sein, vorbereitende Hausaufgaben aufzugeben. Diese könnten unter anderem darin bestehen, die Broschüren und Zusammenfassungen bereits vorab zu lesen.

90. Minute - Ende.

Hinweise und Anmerkungen.

Von den Verfasser_innen.

Der Übergang zwischen den beiden Phasen muss unbedingt klar gemacht werden und bei allen Teilnehmenden ankommen! Andernfalls entsteht bei einigen großes Unverständnis, was diese beiden Teile verbindet und was der Sinn des Ganzen ist. Im ersten Teil geht es um die Strategien des Greenwashing, im zweiten Teil darum, mehr oder weniger vertrauenswürde Hilfestellungen zu finden, die genau dies versuchen zu unterbinden. Die Zeit ist knapp bemessen. Die Stoppuhr soll helfen, die Zeitvorgaben einzuhalten. Es ist nicht das Ziel, die Inhalte abschließend zu bearbeiten/diskutieren, sondern zu erproben, sich in kürzester Zeit in ein Thema einzuarbeiten. Eine gewisse Unruhe zwischen den Gruppenarbeitsphasen ist normal. Die eingesetzten Methoden sollen möglichst weitgehend sicherstellen, dass alle Anwesenden aktiv teilnehmen können. Eine permanent sichtbare Aufgabenstellung oder Ablauf z.B. per Tafelbild stellt sicher, dass alle Teilnehmenden zu jederzeit wissen, was zu tun ist. Hierzu dienen auch die Bilder/Logos zum Ausschneiden im Anhang. Diese erleichtern den Teilnehmenden das Zusammenfinden als Gruppenpuzzle. Der Schwerpunkt dieses Modulbausteins liegt auf dem gemeinsamen Lernen, nicht auf der Entscheidungsfindung im Gruppenprozess, daher werden die Prinzipien und Entscheidungshilfen am besten einfach (zufällig) zugeteilt. Aufgabe der/des Moderierenden ist vor allem die Moderation. Es sollte unbedingt geklärt werden, dass sie/er kein Experte ist. Die Teilnehmenden sollen sich ihre Fragen möglichst gegenseitig beantworten. Die jeweils zehn wichtigsten Fakten befinden sich im Anhang, verweise aber auch auf die weiterführenden Informationen und die Fachgebiete. Die Greenwashing Prinzipien „7 Sins of Greenwashing“ stellen nur eine mögliche Einteilung dar, die sich aufgrund ihrer guten Visualisierung hervor tat. Die gewählten Entscheidungshilfen sind zwar lange nicht perfekt, stellen nach unserem besten Wissen und Gewissen jedoch die fortschrittlichsten Werkzeuge ihrer Art dar. Das Aktivieren der Teilnehmenden hat seine Wirkung nicht verfehlt, ausnahmslos hätten die bisherigen Teilnehmenden gerne viel mehr Zeit gehabt, sich intensiver mit den einzelnen Themen auseinander zu setzen. Es ist sehr erfreulich, dass eine solche Wissbegierde und Lernmotivation geweckt werden konnte. Eine ideal Voraussetzung für eine nachgeschaltete Vorlesung zum Thema Entscheidungs-/ Orientierungshilfen.

Gekürzte Variante.

Auch als Minibaustein hier zu finden.

Materialien zur Durchführung.

Version

Ursprüngliche Version

Kommentar.

Aktuelle Version

Kommentar.

Literaturhinweise und Quellen.