Wechseln zu: Navigation, Suche

TUB:Seminar:Aktuelles Semester

Das Blue Engineering Seminar an der TU Berlin

TU Berlin Logo kurz RGB rot.png

Dies ist die offizielle Informationsseite für das aktuelle Blue Engineering Seminar an der TU Berlin - vergangene Semester sind auf einer eigene Webseite ausgelagert.


Kontakt

Seminar@blue-engineering.org

(030) 314 - 75667

Raum W 303 - Straße des 17. Berlin 144 - 10623 Berlin


Was? - Innovatives Seminar zur ökologischen und sozialen Verantwortung mit 6 Leistungspunkten

Wer? - Angehende Ingenieurinnen und Ingenieure, die über den Tellerrand hinaus schauen wollen. Studierende der Planungs-, Sozial- und Geisteswissenschaften mit einem Interesse an Technik, Gesellschaft und Verantwortung können problemlos teilnehmen, da tief gehende technische Kenntnisse nicht notwendig sind.

Wie? - Interessant, kreativ, interdisziplinär, manchmal hitzig aber immer in guter Arbeitsatmosphäre. Drei Kurse mit je 30 Teilnehmenden laufen parallel und manchmal zusammengefasst in einem Raum. Es findet kein Frontalunterricht statt, sondern das Seminar ist methodisch und thematisch vielfältig.

Wann? - Dienstags von 10.00 bis 14.00 Uhr - der erste Termin ist am 15. Oktober 2019

Wo? - H 3006, Technische Universität Berlin

Wie anmelden? - Das Verfahren zur offiziellen Anmeldung wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.

Welches Modul? - Das 6 Leistungspunkte-Modul heißt offiziell Blue Engineering - Nachhaltigkeit im Ingenieurswesen

Welche Prüfungsform? Das Seminar wird mit einer Protfolioprüfung abgeschlossen. Diese besteht aus drei Teilprüfungen: Lernjournal, Baustein Durchführung, Durchführung und Präsentation des Semesterprojekts mit insgesamt 100 Punkten. Anmeldeschluss ist die vierte Sitzung.

Wie anrechnen lassen? - Bachelor-Wahlpflicht: Maschinenbau, Verkehrswesen und Wi-Ing-Integrationsbereich. Für alle anderen als freie Wahl.

Bachelor oder Master? - Für Master-Studierende wird ein separates Master-Seminar immer im Wintersemester angeboten. Dies wird direkt von Prof. Dr.-Ing. Henning Meyer durchgeführt - weiter Informationen auf der Fachgebietsseite.

Wer wir sind.

Im Sommersemester 2009 haben sich Studierende als Projektwerkstatt zusammengeschlossen um gemeinsam die soziale und ökologische Verantwortung im Ingenieurberuf zu stärken. Als ersten konkreten Schritt haben sie an der Technischen Universität Berlin ein Seminar völlig eigenständig entwickelt, das inhaltlich und methodisch neue Wege geht. Mittlerweile hat sich das Seminar fest in der Lehre etabliert und wurde seitdem jedes Semester angeboten. Die Seminare sind angesiedelt am Fachgebiet Konstruktion von Maschinensystemen von Prof. Dr.-Ing. Henning Meyer.

Tutor_innen

Theresa studiert Technischen Umweltschutz mit dem Schwerpunkt Bodenkunde. In und außerhalb des Blue Engineering Seminars beschäftigt sie sich intensiv mit den Themen Selbstversorgung, Nachhaltigkeit und Feminismus.

Marianne studiert Ökologie und Umweltplanung, wobei sie sich in ihrem Studium insbesondere für gesellschaftlich umstrittene Themen (bspw. Endlagerung) interessiert. Innerhalb des Blue Engineering Seminars liegt ihr Fokus auf Themen wie Arbeit und Ideologie.

Nora ist im Studiengang Kultur und Technik mit dem Schwerpunkt Philosophie an der TU Berlin. Besonders interessiert ist sie an Technikphilosophie und Technikethik, wodurch sie auch zu Blue Engineering kam.

BEProfil.jpg Neben den Tutor_innen sind hauptsächlich auch die Teilnehmer_innen verantwortlich für ein gutes Gelingen des Seminars, denn sie bestreiten einen großen Teil der Lehre. Zudem haben die ehemaligen Teilnehmenden wunderbare Bausteine entwickelt, die jedes Semester auf's Neue zum Einsatz kommen. Und zu guter Letzt hat auch die Projektwerkstatt Blue Engineering einen großen Anteil an Blue Engineering überhaupt und an jedem einzelnen Seminar.


Verantwortliche im Hintergrund

AndreProfil.JPG
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet für Konstruktion von Maschinensystemen am Institut für Konstruktion, Mikro- und Medizintechnik (IKMM) der TU Berlin.

MeyerProfil.jpg
Leiter des Fachgebiet für Konstruktion von Maschinensystemen am Institut für Konstruktion, Mikro- und Medizintechnik (IKMM) an der TU Berlin.


Das Seminar wird hauptsächlich von Tutor_innen durchgeführt. Verantwortlich für das Seminar sind Prof. Dr.-Ing. Henning Meyer und als wissenschaftlicher Mitarbeiter André Baier.

Unser Lehr- und Lernkonzept.

Das Blue Engineering Seminar verlagert den Lehr-/Lernprozess weitgehend auf die Teilnehmenden, die ihre eigene Lehre mitgestalten. Kern des Konzepts sind Bausteine, das heißt Lehr-/Lerneinheiten zu ganz unterschiedlichen Themen wie z.B. Ethik-Kodizes, das Produktivistische Weltbild, Technik als Problemlöser?!, Peak Everything, Arbeit/Gesellschaft/Gewerkschaft, Gender, Diversity & Technik usw. Jeder Baustein nutzt hierbei verschiedene didaktische Methoden, so dass die Verantwortlichen des Seminars nicht als Expert_innen gefragt sind, sondern als Moderator_innen. Die Teilnehmenden sind aktiv in das Seminar mitbezogen, indem sie einen der Bausteine durchführen und einen solchen Bausteine als Semesterprojekt eigenständig erarbeiten, erproben und dokumentieren. Diese Leistungen erfolgen als Gruppenarbeit.

Wer kann am Seminar teilnehmen?

Unser Ziel ist es, eine möglichst interdisziplinäre Veranstaltung anzubieten. Das Seminar richtet sich zwar an angehende Ingenieur_innen, ist jedoch so konzipiert, dass auch Studierende anderer Studiengänge mit Interesse an Technik und Gesellschaft problemlos teilnehmen können. Daher freuen wir uns, wenn Studierende der Planungs-, Sozial- und Geisteswissenschaften am Seminar teilnehmen.

Anmeldung.

Der erste Seminartermin ist als Einstieg konzipiert, so dass ihr einen ersten inhaltlichen Überblick über das Seminar erhaltet. Methodisch werdet Ihr eine gute Ahnung bekommen, wie wir arbeiten und was wir von euch abverlangen, wenn es heißt, dass wir keinen Frontalunterricht anbieten.

Die Anmeldung erfolgt erst in der ersten Sitzung im Semester - der Ablauf wird in der ersten Sitzung erklärt. Wir werden allen Interessierten eine Rückmeldung darüber geben, ob eine Teilnahme möglich ist. Bisher konnten immer alle Interessierten am Seminar teilnehmen. Sollte diesmal eine Auslosung aufgrund von zu vielen Anmeldungen nötig sein, werden wir die Vorgaben der Allgemeinen Studienordnung beachten und uns unter Gesichtspunkten der Interdisziplinarität (sowohl fach- als auch semesterbezogen) sowie geschlechterspezifisch um eine faire Auswahl bemühen.

Anwesenheit.

Im Blue Engineering-Seminar erfolgt der Lernprozess kontinuierlich über das ganze Semester durch Mitarbeit und Diskutieren bei den Bausteinen. Wir erwarten daher Deine regelmäßige Teilnahme an den Sitzungen.

Portfolioprüfung mit drei Teilleistungen

Rund die Hälfte der Arbeitszeit rechnen wir auf die regelmäßige Teilnahme sowie für die Vor- und Nachbereitung der Seminarsitzungen an. Zur individuellen Vorbereitung zählt beispielsweise das Lesen von kurzen Texten, die einen thematischen Einstieg in das jeweilige Tagesthema bieten. Zur individuellen Nachbereitung zählen darüber hinaus das Abfassen eines Lernjournal, das zu Semesterbeginn ausführlich erklärt wird. Die zweite Hälfte der Arbeitszeit wird auf das selbstständig zu erarbeitende Semesterprojekt angerechnet. Idealerweise finden sich drei bis fünf Studierende zusammen, die gemeinsam und kontinuierlich über das ganze Semester an einem Projekt arbeiten. In dieser Gruppe wirst du auch einen Baustein – eine 60-minütige Unterrichtseinheit – durchführen.

  • Die Prüfung erfolgt als prüfungsäquivalente Studienleistung mit drei Teilleistungen:
    • einem individuell geführten Lernjournal - 25 Punkte
    • einer Baustein Durchführung mit der Semesterprojektgruppe - 25 Punkte
    • Präsentation und Dokumentation des Semesterprojekts - 50 Punkte

Durch die drei Teilleistungen können demnach maximal 100 Punkte erworben werden. Die Teilleistung sind untergliedert in insgesamt 20 Bewertungskriterien, die jeweils mit bis zu 5 Punkten bewertet werden. Es werden nur ganze Punkte vergeben. Eine Übererfüllung einzelner Kriterien ist im Einzelfall möglich.

Die drei Teilleistungen im Überblick

Das Lernjournal ist Hauptteil der individuellen Auseinandersetzung mit den Themen von Blue Engineering und dient der eigenen Reflexion und Erinnerung. Die Lernjournale können analog und/oder digital geführt werden. Alternative Formate mit eigener inhaltlicher/methodischer Zielsetzung sind nach Rücksprache möglich und gern gesehen, z.B. ein innerer Dialog, Bildergeschichte, Märchenerzählung, Drama/Komödie, Comic-Strip, Improtheater-Video.

Die Lernjournale sind in der fünften Sitzung analog oder digital vorzulegen. Die finale Abgabe erfolgt in der 10. Sitzung in jedem Fall in einem analogen Format, so dass gegebenenfalls ausgedruckt vorgelegt werden muss. Die Lernjournale werden anschließend bewertet und in der Abschlusssitzung zurückgegeben. Durch die Lernjournale können 25 von 100 Punkten erworben werden.

  • Nach Folgenden Kritiereien wird bewertet: (jeweils 5 Punkte)
    • Vollständigkeit: Zu jeder Sitzung wurde ein Eintrag erstellt
    • Werkzeuge: Reflektion der Werkzeuge der jeweiligen Sitzungen
    • Transfer: Auseinandersetzung über das Seminar hinaus, z.B. Zeitungsartikel gelesen, Gespräch mit Freund_innen oder Familie gesucht
    • Ansprechende Gestaltungsform: Die einzelnen Beiträge werden durch Zeichnungen, Fotos, Collagen, Gedichte, Theater-Dialog oder eine sonstige künstlerische Auseinandersetzung bereichert
    • Schluss Feedback / Reflektion: Der letzte Eintrag in das Lernjournal umfasst eine zusammenfassende Auseinandersetzung mit dem gesamten Lernjournal und dem eigenen Lernweg innerhalb des Seminars

Blue Engineering-Bausteine sind so gestaltet, dass sie alle notwendigen Informationen enthalten und eine didaktische Aufbereitung bieten um eine etwa 60-minütige Lehreinheit für etwa 20 Personen zu gestalten. Sie machen Gebrauch von ganz unterschiedlichen didaktischen Methoden, die jedoch immer den Arbeits- und Lernprozess auf die Gruppe verlagern. Die Vorbereitungszeit für die Durchführenden ist überschaubar. Bei einzelnen Bausteinen kann eine intensivere Vorbereitung oder Überarbeitung im Vorfeld notwendig sein.

Die ersten fünf Bausteine werden von den Verantwortlichen des Seminars durchgeführt. Die weiteren Termine werden meist durch die Teilnehmenden gestaltet, wobei sie aus thematisch unterschiedlichen Bausteinen auswählen können. Die Wahl des Bausteins und das Datum der Durchführung erfolgt in der vierten Sitzung. Jede Semesterprojekt-Gruppe führt einen Baustein durch und hält hierzu im Vorfeld eine Rücksprache mit ihrer_m jeweiligen Betreuer_in und bereitet im Anschluss eine schriftliche Dokumentation ihrer Änderungen für eine weitere Verwendung auf. Für die Baustein-Durchführung im Seminar können bis zu 25 Punkte erworben werden. Die folgenden fünf Kriterien sind entscheidend für die Bewertung der Baustein Durchführung. Jedes Kriterium wird mit 5 Punkten bewertet.

  • Zeitmanagement
  • Moderation, Präsenz, Klarheit und Anleitung der Gruppe
  • Einbindung und Aktivierung von Teilnehmenden
  • Einarbeitung, Überarbeitung, Aktualisierung und Erneuerung des bestehenden Bausteins
  • Dokumentation der eigenen Erfahrungen/Änderungen für zukünftige Gruppen

Für das Semesterprojekt erarbeitet eine Gruppe von Studierenden eine eigene Lehr-/Lerneinheit, führt diese durch und dokumentiert sie. Die Gruppengröße liegt zwischen drei und fünf Personen. Zur Ausarbeitung des Semesterprojekts gehören Feedback-Runden in der fünften und sechsten Seminarsitzung. Jede Gruppe wird durch eine feste Ansprechperson aus dem Seminar-Team betreut.

Das eigene Semesterprojekt wird in der zehnten, elften und/oder zwölften Seminarsitzung durchgeführt sowie auf dem Markt der Möglichkeiten in der Abschlusssitzung präsentiert. Jedes Kriterium wird mit 5 Punkten bewertet.

Die Bewertungskriterien für das Semesterprojekt sind:

  • Semesterprojekt - insgesamt (insgesamt 20 von 50 Punkten)
    • soziale und ökologische Auseinandersetzung mit einem klaren Bezug zu Technik, Natur, Individuum und/oder Gesellschaft
    • Originalität
    • Wissenschaftlichkeit und Quellenarbeit
    • Lernziele und Stringenz
  • Semesterprojekt - Präsentation (insgesamt 15 von 50 Punkten)
    • Methoden und Didaktik
    • Moderation, Motivation, Präsenz, Klarheit und Anleitung der Gruppe
    • Zeitmanagement
  • Semesterprojekt - Dokumentation und Materialien (insgesamt 15 von 50 Punkten)
    • Wieder- und Weiterverwendbarkeit sowie Vollständigkeit
    • Sorgfalt
    • graphische/ästhetische Aufarbeitung


Semesterprojekte - Format- und Themenvorschläge

Wie oben beschrieben sind die Präsentation und Durchführung einer eigenen Semesterarbeit zwei Prüfungsleistungen innerhalb des Seminars. Ihr werdet hierzu in 3er bis 5er Gruppen zusammenarbeiten, die sich am dritten Seminartermin bilden werden. Hier findet ihr bereits ein paar Format- und Themenvorschläge - gerne könnt ihr auch eigene Themen und Formate einbringen.

Wir möchten mit euch gerne alternative Formen der Wissensvermittlung entwickeln und ausprobieren. Als alternative Formate für eure Semesterprojekte könnt ihr daher auch selber ein eigenes Format ausdenken. Grundsätzlich ist es wichtig, dass die Formate das Kriterium der Wieder- und Weiterverwendbarkeit erfüllen, sod ass sie in kommenden Semestern, bei Ausstellungen, Aktionen oder bei Workshops wieder genutzt oder gegebenenfalls von einer zukünftigen Seminargruppe erweitert werden können.

Wir möchten euch ermutigen, Semesterprojekte zu euren eigenen Themen zu bearbeiten. Sprecht uns einfach an, so lange sich euer Thema im Umfeld von Technik, Individuum, Natur, Gesellschaft und Demokratie verorten lässt, sind wir offen für eure Vorschläge oder schaut euch unsere Vorschläge an.


Bausteine - Überarbeitung bestehender Bausteine.
Der Charakter von Bausteinen wird im Abschnitt „Baustein durchführen“ beschrieben. Bausteine können zeitlich unterschiedlich lang sein - 15, 30, 45, 60 oder 90 Minuten, wobei kurze Bausteine miteinander zu einem insgesamt längeren Baustein kombiniert werden können. Für die Präsentation im Seminar stehen jedoch in der Regel nur 60 Minuten zur Verfügung, bei Bedarf ist dies mit der_dem Betreuer_in abzuklären.

Wissensspeicher.
Ein Wissensspeicher bereitet ein Themenfeld so auf, dass es sich von möglichst vielen Blickwinkeln aus betrachtet lässt. Es soll nichts neues eigenes geschaffen werden, sondern eine große Sammlung angelegt werden, die möglichst alle Sinne und Lerntypen anspricht, durch Fotos, Texte, Videoausschnitte, Hörspiele, Flugblätter, Zitate und dergleichen. Wenn man so will, ist ein Wissensspeicher eine riesige Mindmap aus Text, Bild, Ton, Geruch und Gegenstand.

E-Learning.
Die E-Learning-Einheiten sollen methodisch vielfältig sein (Einbezug verschiedener Texte, Radiobeiträge, Videoclips, Infografiken etc.) und sowohl das Selbstlernen als auch die Selbstreflexion der Teilnehmenden befördern.

Künstlerisches / Fotographisches / Darstellendes - Projekt.
Ein Blue Engineering Thema wird durch eine künstlerische, darstellende, fotographische, musikalische etc. Auseinandersetzung so aufbereitet, dass es dauerhaft in anderen Bildungskontexten genutzt werden kann, z.B. die Erstellung eines Bilderbuchs (Text + graphische Illustration), das aus der Sicht eines Kindes technische Aspekte oder Aspekte des Ingenieurberufs beschreibt. Hierzu zählen auch kleine (technische) Handbücher zu verschiedenen Themen.

Spiele, Brettspiele, Kartenspiele, Gesellschaftsspiele etc.
Entwicklung eines Brettspiel- oder Kartenspiels, bei dem sich spielerisch mit einem Blue Engineering Thema auseinandergesetzt und soziale und ökologische Verantwortung reflektiert wird - z.B. Lük, Quartett/Trumpf.

Mosaiksteine für eine Vorlesung.
Für eine Vorlesung werden mehrere kleine Lehr-/Lerneinheiten (Mosaiksteine) zu Themen der sozialen und ökologischen Verantwortung erstellt. Dies erfolgt idealerweise nach Rücksprache mit dem_der Lehrenden.

Exkursion.
Eine mehrtägige Exkursion zu einem Thema wird vorbereitet und durchgeführt. Mögliche Themen sind zum Beispiel: Industrielle Nahrungsmittelproduktion vom Feld und Stall bis zur Fertigpizza, Erdöl von der Raffinerie zum Endprodukt oder andere Themen, wie Holzwirtschaft, Energiewirtschaft, Stahl.

Räumliche Interventionen und Stadt-/Campusführungen.
Es werden Rundgänge, Geo-Cachings oder ähnliches ausgearbeitet, die eine kritische Auseinandersetzung mit den örtlichen Gegebenheiten ermöglichen. Vorbildhaft sind hier bestehende anti-rassistische Stadtrundgänge und lobbykritische Führungen durch das Regierungsviertel.

Apocalypse now
Eine zentralisierte Gesellschaft bietet viele Annehmlichkeiten, doch während sich die Menschen immer freier bewegen und fühlen steigt die unsichtbare Abhängigkeit in die Zentralsysteme. Durch Umweltverschmutzung, Globalisierung und Industrialisierung ist es nicht nur schwieriger alternative Lebensräume zu schaffen und zu erhalten, sondern auch das Wissen, wie die eigenen Grundbedürfnisse selbst erfüllt werden können geht verloren. Was wäre eigentlich, wenn bei uns plötzlich alle Zentralversorgung einbrechen würde? Wie lange könnten wir überleben ohne die konstante Dienstleistung von Wasser-, Essen- und Stromzufuhr und was sind mögliche Überlebensstrategien?

Konsumgesellschaft
Konsum ist eine wichtige Säule in unserem heutigen Wirtschaftssystem und Ursache für globale und lokale Umweltprobleme und soziale Ungerechtigkeit. Dies wird heute von immer mehr Menschen erkannt. Häufig wird die Lösung für dieses Problem jedoch rein auf individualistischer Ebene betrachtet: Doch warum kann der Konsumverzicht des Individuums allein nicht Lösung für die verursachten Probleme sein? Welche gesamtgesellschaftlichen Lösungsansätze gibt es?

Verschwörungstheorien
Geht es um Chemtrails, Holocaust Verleumdungen, oder Leugner des Klimawandels, Verschwörungstheorien so absurd sie auch klingen mögen, sind in vielen gesellschaftlichen Gruppierungen fest verankert. Mit dem neuen amerikanischen Präsident Donald Trump hat der Trend rund um „alternative Fakten“ dramatisch an Aufwind gewonnen. Woher kommen eigentlich diese Theorien, warum sind sie so populär und wie kann man sie aufdecken?

Was bedeutet es solidarisch zu sein?
Die Grundlage des Feminismus ist der Wunsch nach Gleichberechtigung der Geschlechter. Bis heute wird die Diskussion darüber vor allem von Frauen geführt, auch weil sie es sind die vor allem von Diskriminierung betroffen sind. Die Rolle der Frau hat sich in den letzten Jahrzehnten extrem gewandelt, aber was ist eigentlich mit der des Mannes? Wie kann moderne Männlichkeit abseits des Patriarchats aussehen und gelebt werden? Wo kann der Mann sich als Verbündeter zeigen und sich in den feministischen Diskurs einbringen?

Kommunikationstechnik, Social Media und Konkurrenz
Wir stehen immer und überall, das heißt bei der Arbeit in der Uni und auch im privatleben im Wettbewerb zueinander. So vergleichen wir: Wer hat am meisten Freunde? Wer die meisten Follower? Wer hatte den aufregendsten Urlaub? Wer ist als erstes und mit dem besten schnitt mit der Uni fertig? Durch Kommunikationstechnologie und Social Media wird der Wettkampf um alle diese Dinge nun immer und überall aufgetragen und es stellen sich verschiedene Fragen: Macht Kommunikationstechnologie und Social Media diesen Konkurrenzkampf schlimmer - oder vielleicht nur sichtbarer? Wird durch dieses Technologien und Plattformen auch Gemeinschaft erlebbar oder verhindert sie das tatsächliche aufeinandertreffen von Menschen und das entstehen von einem Gemeinschaftsgefühl?

Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate
Karl Marx und Friedrich Engels beschreiben im Dritten Band des Kapitals das Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate, sprich einen allmählichen Rückgang der Kapitalproduktivität. Kurz zusammengefasst heißt dies, dass nur menschliche Arbeit Wert produziert. Der Anteil der Arbeit geht jedoch immer weiter zurück und Maschinen übernehmen die Arbeit des Menschen, was immer weniger Mehrwert zur Folge hat. Was heißt das für uns und inwieweit ist diese Prophezeiung von Marx und Engels bereits Realität - oder auch völliger quatsch?

Züchtung und Genmanipulation
Der Mensch greift immer wieder manipulierend in die Natur ein, um bestimmte Ziele zu erreichen. Durch Züchtung werden Pflanzen und Tiere über Jahrzehnte und Jahrhunderte so selektiert, dass sie bestimmte Merkmale erfüllen. Doch heute gehen die Menschen noch einen Schritt weiter als “nur” zu züchten: Sie manipulieren die Gene direkt im Labor. Daher stellt sich die Frage: Welche Folgen hat dies für Natur und Gesellschaft? Mögliche Schwerpunkte für einen Baustein mit diesem Thema können sind z.B. “Design von Mensch und Tier” oder “Folgen des Anbaus genmanipulierter Pflanzen für Umwelt und Gesellschaft ”. Für die Umsetzung sind u.a. mehrere Lernstationen oder Rollenspiele denkbar.

Earthships
Stellt Euch ein Haus vor, das sich selbst heizt, sein Wasser liefert, Essen produziert. Es braucht keine teure Technologie, recycelt seinen eigenen Abfall, hat seine eigenen Energiequellen. Es kann überall und von jedem gebaut werden, aus Dingen, die unsere Gesellschaft wegwirft.“ - Michael Reynolds (Architekt) Wird das die Zukunft des nachhaltigen Bauens sein? Wird diese Bauweise das Müllproblem des 21. Jahrhunderts lösen? Wo liegen weitere Anwendungsmöglichkeiten einzelner Aspekte des Earthships eventuell sogar in der Stadt? Wo liegen Limits der Earthshipbauweise?

(Neo-)Extraktivismus
Eine große Nachfrage auf dem Weltmarkt nach mineralischen, fossilen und agrarischen Rohstoffen und die damit einhergehenden hohen Rohstoffpreise führen seit Mitte der 1990er Jahre zu einem Boom des Rohstoffsektors in Lateinamerika und anderen Regionen. Der Rohstoffabbau gewinnt innerhalb der Gesamtwirtschaft an Bedeutung, während die verarbeitende Industrie zumindest relativ abnimmt. Unter dem Begriff „Neo-Extraktivismus" wird eine post-neoliberale Variante des klassischen rohstoffbasierten Wirtschaftsmodells diskutiert, in der über Rohstoffeinnahmen vermehrt Entwicklungs- und Sozialprogramme finanziert werden. Die negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen der Rohstoffausbeutung bleiben jedoch bestehen. Was geschieht also beim Abbau der z.B. für unsere Energieversorgung notwendigen Ressourcen?

Climate-Smart Agriculture (CSA).
Das Landwirtschaftsmodell der Grünen Ökonomie - wie smart ist smart agriculture wirklich? CSA hat sich zum Ziel gesetzt, Produktivität zu steigern, Treibhausgasemissionen zu reduzieren und Resilienz der Landwirtschaft gegenüber dem Klimawandel zu stärken. Ist dieses Konzept eine wegweisende Lösungsstrategie zur Bekämpfung von Hunger und Klimawandel oder bedient es vorrangig die Interessen privatwirtschaftlichen Akteuren in der Düngemittel- und Saatgutindustrie? ...und welche Alternativen zum CSA-Ansatz gibt es?

Recycling Überarbeitung eines Modulbausteins.
Ziel ist eine Sensibilisierung für die umweltschonende Entsorgung von Produkten und eine Aufklärung über verschiedenen Verfahrensschritte und Recycling –Wege.

Chancen durch Demokratisierung des Internets.
Das Internet ist ein Raum, der von vielen genutzt und von vielen gestaltet wird. Doch wie demokratisch sind die gestaltenden Prozesse? Wer hat welche Nutzungsräume? Welche großen “Player” haben Teil an den Entscheidungen und Prozessen? Was für Möglichkeiten könnten open-source Projekte bieten bzw. bieten sie bereits? Ein Baustein könnte z.B. die Handlungsräume des Internets analysieren und veranschaulichen oder sich interaktiv mit open-source auseinandersetzen.

Eine neue Demokratisierung der Arbeitswelt.
Die althergebrachten Formen von Demokratie in der Arbeitswelt, wie zum Beispiel Genossenschaften, Betriebsräte und Aufsichtsräte, werden immer mehr durch neue Demokratisierungen ergänzt, die direkt auf der Arbeitsebene ansetzen. Welche neue Formen gibt es? Reichen diese aus oder wo muss noch mehr geleistet werden? In welchem Verhältnis stehen sie zu den althergebrachten? Wie ist das Verhältnis dieser Form von Demokratie zum Eigentum/Eigentümer?

Arbeit + Gesellschaft.
Arbeit spielt in unser heutigen Gesellschaft eine zentrale Rolle und bestimmt, in Verbindung mit Besitz/Wohlstand, unseren sozialen Status und nimmt einen großteil unser Lebenszeit in Anspruch. Auch hier in der Universität sind wir - in den meisten Fällen - um uns auf spätere Jobs vorzubereiten und uns auf dem Arbeitsmarkt besser behaupten zu können. Doch was ist Arbeit eigentlich - und warum muss ich arbeiten? Wie möchte ich arbeiten? Welche Funktion haben eigentlich Gewerkschaften? Wie verlaufen Arbeitskämpfe? Wie haben sich die gegenwärtigen Arbeitsbedingungen historisch entwickelt? Was sind meine Rechte als Arbeitnehmer_in? Welchen strukturellen Bedingungen unterliegt das Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit? In einem Baustein zu diesem Thema könnt ihr eine oder mehrere dieser Fragen mithilfe eines kreativen Konzepts analysieren und diskutieren.

Smart Leben
Immer wieder tauchen in den Medien Schlagwörter wie Smartcities und Smarthomes auf. Doch was steckt eigentlich hinter diesen Schlagwörtern? Was verspricht man sich von diesen Konzepten und welchen Preis ist man bereit zu zahlen?

Verantwortung und Kodizes
Im vorhandenen Grundbaustein wird die Ingenieursverantwortung thematisiert. Außerdem wird auf verschiedene Kodizes eingegangen. Zur Ergänzung dieses Modulbausteins sollen noch weitergehende Informationen aus dem weiten Feld der Verantwortung im Ingenieursbereich zusammengetragen und aufgearbeitet werden.

Exkursionen zu einem konkreten Themenfeld.
Eine eintägige oder mehrtägige Exkursion zu einem Thema wird vorbereitet und durchgeführt. Mögliche Themen sind zum Beispiel: Industrielle Nahrungsmittelproduktion vom Feld und Stall bis zur Fertigpizza, Erdöl von der Raffinerie zum Endprodukt oder andere Themen, wie Holzwirtschaft, Energiewirtschaft, Stahl und Ingenieur_innen im Nationalsozialismus. Hier habt ihr die Möglichkeit Themenfelder, die euch besonders interessieren, mal ganz praktisch kennen zu lernen und euren Mitstudierenden näher zu bringen.

Arbeit und Geflüchtete.
Arbeitsmarkt in der “Flüchtlingskrise”. Viele Menschen finden hier ein neues Zuhause, nachdem sie vor den menschenunwürdigen Zustände in ihren Heimatländern geflohen sind. Diese Menschen bilden einen Mix aus hervorragend ausgebildeten Menschen über einfachen Arbeiter_innen hin zu Ungelernten. All diese Menschen wollen und sollen hier eine menschenwürdige Beschäftigung finden. Wie können diese Arbeitnehmer_innen in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden ohne ihre Notlage für die Schaffung prekärer Beschäftigungsverhältnisse auszunutzen?

Waren und Personenverkehr.
Auf europäischer Ebene wird z.B. das Freihandelsabkommen TTIP mit den USA verhandelt. Solche Abkommen sollen den Warenverkehr über den Atlantik vereinfachen, dies vor allem durch den Abbau von Zöllen. In den Supermarkregalen finden wir Produkte aus aller Welt, die tausende von Kilometern an Bord eines Schiffes oder in einem Frachtflugzeug hinter sich gebracht haben. Die Grenzen passieren sie nur durch einzelne Stichproben unterbrochen. Für die Menschen aus vielen Regionen der Welt aus denen diese Produkte stammen ist die Einreise hingegen ungemein schwieriger, wenn nicht unmöglich. Besonders tragisch ist die Situation der geschlossenen Grenzen für Flüchtlinge aus den vielen Krisenregionen dieser Welt. Müsste nicht wer, der an die Verwirklichung der Menschenrecht glaubt, in erster Linie für den freien Personenverkehr aller Menschen eintreten? Müsste nicht wer freien Warenverkehr befürwortet gleichzeitig für freien Personenverkehr eintreten?

DIN ISO 26000 - Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung.

“ Die Norm beschränkt sich nicht auf einzelne Teilbereiche verantwortlicher Organisationsführung, wie dies zum Beispiel zahlreiche Instrumente im Bereich des Umweltschutzes, der Korruptionsbekämpfung oder im Bereich der Arbeits- und Sozialstandards tun. Sie bietet damit nicht nur einen einheitlichen Referenzrahmen für die Anwender, der erlaubt auf ein Dokument zurückzugreifen anstatt aus Hunderten von Standards und Initiativen auswählen zu müssen. Mehr noch zeigt dieser Leitfaden in zusammenhängender und strukturierter Weise auf, welchen Beitrag eine Organisation zu einer nachhaltigen Entwicklung weltweit leisten kann und soll.”

(“Die DIN ISO 26000 „Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung von Organisationen“, Ein Überblick “, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, 2011)

Diese internationale Norm will kein Zertifizierungssystem aufbauen, sondern die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen diskursiv bearbeitet wissen. Bisher wird sie kaum eingesetzt - auch weil sie kaum bekannt ist. Findet in eurem Baustein eine zugängliche Darstellungs- bzw. Bearbeitungsweise der Norm, um sich sowohl inhaltlich mit ihr auseinandersetzen zu können, als auch mögliche Konflikte, Chancen und Probleme aufzuzeigen.

Technik und Überwachung
Durch Technik wird Überwachung in einem immer größeren Maße möglich. Wir sind über Überwachungskameras im öffentlichen Raum oder auch über unsere Handys jederzeit lokalisierbar. Hinzu kommen die Informationen, die wir über unseren Charakter, Interessen und Freundschaften bewusst oder unbewusst über die verschiedenen Social-Media-Plattformen preisgeben. In diesem Baustein könnte z.B. folgende Fragen behandeln: Was sagen Befürworter und Gegner dieser Überwachungsmöglichkeiten? Wie viel gebe ich selbst von mir preis? Wer könnte ein Interesse an den Daten haben? - und gibt es Wege sich vor Überwachung zu schützen? Was verbirgt sich hinter dem chinesischen “social-credit system” - wäre ein solches System auch in Europa möglich?

Lernen und Lehren - im Ingenieurstudium und außerhalb
Was ist Lernen und Lehren? Wie lässt sich am besten Lernen und Lehren? Gerade im Ingenieurstudium werden meist nur Lehr-/Lernkonzepte verwendet, die auf einer reinen Wissensvermittlung beruhen, wobei der Erfolg des Lehren/Lernens durch eine Klausur am Ende geprüft wird. Doch warum ist das System so wie es ist? Was sind derzeit die (versteckten) Ziele des Bildungssystem und welche sollten es sein? Wie hat mich mein eigenes Studium an der Uni bereits in meinem Denken geprägt? Und - um noch einen Schritt weiter zu gehen - Wie und was wollen wir lernen? Welche anderen Ansätze werden bereits im Ingenieurstudium an anderen Hochschulen erfolgreich eingesetzt? Welche ließen sich auch auf die TU Berlin übertragen?

Computerspiele und sozial-ökologische Verantwortung
Eine Reihe von Computerspielen, wie z.B. Deus Ex, thematisieren Aspekte einer sozialen und ökologischen Verantwortung. Dieses Thema lässt sich beispielsweise als 60 minütige Lehr-/Lerneinheit gestalten in der zwei oder Gruppen bestimmte Szenen aus einem Computerspiel nachspielen und anschließend eine geführte Diskussion hierüber haben.

Teflon und Co - Was hat die Rüstungsindustrie je für uns getan?
Es geistern eine Reihe von Beispielen durch die Welt, was wir alles der Rüstungs- und Raumfahrtindustrie zu verdanken haben. Ziel wäre es diese Beispiele kritisch zu betrachten im Hinblick darauf, ob sie wirklich aus der jeweiligen Industrie entstammen, ob sie wirklich nutzbringend sind und dergleichen.

Umweltgerechtigkeit - Environmental Racism
Durch den Klimawandel wird deutlich, dass nicht nur die Verursacher eines Problems von den Folgen desselben betroffen sind - sondern dass gerade die, die bereits wenig haben, am stärksten betroffen sind. In einem Baustein mit diesem Thema könnt ihr verschiedene Themen (Klimawandel, Landgrabbing, Zugang zu Wasser etc.) anhand folgender Fragen bearbeiten: Wie ist die Verteilung von Umweltbelastungen auf verschiedene Orte geregelt? Welche Rolle spielen sozial-diskriminierende Faktoren für diese ungleiche Verteilung? Wer trägt Kosten und Gewinne? Wen treffen umweltbedingte Krankheiten?

Genossenschaften
Die Idee einer Genossenschaft ist der Zusammenschluss von Personen zu einem gemeinsamen Zweck, wie beispielsweise menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen. Nach der international co-operative alliance geht es bei Genossenschaften jedoch nicht nur um den gemeinsamen Zweck als Ziel, sondern auch um den Weg dahin. Genossenschaften sich also auch auch als Wertegemeinschaften zu verstehen, welche demokratisch gemanagt werden und nachhaltigen Wohlstand und Beschäftigung schaffen wollen. In einem Baustein zu diesem Thema sollte das Genossenschaftsprinzip vorgestellt und Vor- und Nachteile diskutiert werden. Wie passen Genossenschaften in unser derzeitiges Wirtschaftssystem? Und warum zeigen sich Genossenschaften in Zeiten von Finanzkrisen so persistent?

Exnovation - Herausforderungen und politische Gestaltungsansätze für den Ausstieg aus nicht-nachhaltigen Strukturen
Dazu heißt es im Öko Institut Working Paper 3/2016: Politik und Forschung beschäftigen sich bevorzugt mit der „schönen Seite“ von Transformationen: dem Neuen. Doch reichen Innovationen und ihre Förderung häufig nicht aus, um etablierte nicht-nachhaltige Strukturen zu ersetzen, die ökonomisch noch funktionieren (teilweise verzerrt durch Subventionen). So reicht beispielsweise die Förderung erneuerbarer Energien nicht aus, um die klimaschädliche Kohle aus dem Strommarkt zu drängen. Der bisherige Fokus auf Innovationen sollte daher ergänzt (nicht ersetzt) werden durch eine stärkere Beschäftigung in Politik und Forschung mit „Exnovation“: dem Ausstieg aus nicht-nachhaltigen Infrastrukturen, Technologien, Produkten und Praktiken. Angesichts von Pfadabhängigkeiten und Widerständen etablierter Interessen sind politisch intendierte Exnovationen mit erheblichen Herausforderungen verbunden. Es stellt sich daher die Frage nach geeigneten Maßnahmen für eine politische Forcierung, aber zugleich auch die sozialverträgliche Ausgestaltung von Exnovationsprozessen.


Was einen guten Baustein ausmacht

Aus Erfahrungswerten haben wir die folgenden Punkte herausgearbeitet, die für uns einen wirklich guten Baustein ausmachen. Wir versuchen möglichst viele dieser Aspekte in unsere Lehrveranstaltung zu integrieren. Diese Liste kann als Inspiration dienen, wie man einen Themenkomplex im Baustein mehrdimensional aufarbeiten kann.

Informationsaustausch - Es werden neue fachliche Informationen vermittelt.

Methoden - Es sind passende Methoden für den Baustein gewählt worden.

Reflexion - Die Teilnehmenden haben Zeit alleine, oder in der Gruppe die vermittelten Inhalte zu reflektieren. Sie können sich eine eigene Meinung und Haltung dazu bilden.

Perspektivwechsel - Es wird gezeigt, dass jeder eine eigene Perspektive hat, die Thematik aber auch aus anderen Perspektiven betrachtet werden kann. Der Themenkomplex wird möglichst vielschichtig und differenziert aufgeschlossen. Dies kann z.B mithilfe einer TING-D Analyse passieren

Intersektionalität - Die gesellschaftliche Position gegenüber einem Themenkomplex soll beleuchtet und die eigene Position darauffolgend hinterfragt werden: Wer hat Macht, wer ist betroffen, wer kann sich einbringen?

Handlungskompetenz - Es werden individuelle und gesellschaftliche Handlungsspielräume im Bezug auf den Themenkomplex aufgezeigt, diskutiert und erprobt.

Transfer - Wie das Besprochene mit anderen Themenbereichen zusammenhängt und auf sie übertragbar ist, wird aufgezeigt, diskutiert oder selbstständig reflektiert.

Demokratisierung - Im Seminar wird Gesellschaft und Demokratie aktiv gelebt. Die Teilnehmenden sind die ganze Zeit eingebunden und arbeiten interdisziplinär zusammen. Sie partizipieren, kooperieren, treffen Entscheidungen miteinander und gestalten das Seminar.

Anrechenbarkeit des Seminars

Als Wahlpflichtfach ist Blue Engineering im Bachelor Maschinenbau, Verkehrswesen, Informationstechnik im Maschinenwesen, Wirtschaftsingenieurwesen und Informatik anrechenbar. Zusätzlich ist eine Belegung im Integrationsbereich des Bachelors Wirtschaftsingenieurwesen möglich. Auf Grund eines schriftlichen Antrags könnt ihr das Seminar auch in vielen anderen Studiengängen als Wahlpflichtfach belegen. Wir informieren euch hierzu sehr gerne. Und natürlich kann das Seminar als freie Wahl in allen Studiengängen belegt werden.

Die Blue Engineering Projektwerkstatt

Die Projektwerkstatt bringt alternative Lehrinhalte und Formate an die Universität. Mit der Arbeit der Projektwerkstatt, sollen Menschen dazu ermutigen und befähigt werden, ihr Umfeld kritisch zu hinterfragen und mitzugestalten.

Die Projektwerkstatt organisiert ihre Projekte über ein wöchentliches Treffen jeden Donnerstag von 16-18 Uhr im W305. Menschen, die Lust haben, gemeinsam sozialökologische Verantwortung an der Universität zu thematisieren und einen Transformationsprozess vorranzutreiben sind ersehnt. Für die Mitarbeit in der Projektwerkstatt können ebenfalls sechs Leistungspunkte erworben werden.

Mehr Informationen zu der Projektwerkstatt findest du hier, oder du schickst eine Email an: berlin@blue-engineering.org

Weitere allgemeine Informationen

Sprechstunden finden nach Vereinbarung direkt im Anschluss an das Seminar statt.

Wir sind ein junges Team, daher sind wir für jeden Verbesserungsvorschlag dankbar. Scheue Dich also nicht uns gegenüber konstruktive Kritik bezüglich des Seminars zu äußern. Während des Seminars gibt es darüberhinaus auch mehrere formelle Feedback-Runden.

Abgesehen von wenigen Ausnahmen verläuft die gesamte Kommunikation über unserer Internetseite und über eine regelmäßige Email von uns.

Das Seminar wird wissenschaftlich begleitet. Zu diesem Zweck werden die erbrachten Leistungen anonymisiert, ausgewertet und Fragebögen eingesetzt.

Während der Arbeitsphasen werden gelegentlich Fotos der gesamten Gruppe/des Seminarraums gemacht. Einzelpersonen und kleine Gruppen werden nicht fotografiert. Die Fotos werden nur im Rahmen von Vorträgen/Veranstaltungen/Veröffentlichungen von Blue Engineering genutzt.

Die Termine im Überblick.

1. Sitzung - Gemeinsamer Beginn

In der ersten Sitzung geht es darum miteinander ins Gespräch über Voraussetzungen von Technik zu kommen sowie Technik zu bewerten. Es gibt Informationen zum Seminar und gleichzeitig bekommt man einen guten inhaltlichen und methodischen Einblick, was in den kommenden Wochen zu erwarten ist und von den Teilnehmenden erwartet wird.

2. Sitzung - Plastik

Ein Ziel von Blue Engineering ist es, Wissen auf möglichst verschiedenen Wegen zu vermitteln. Die Kombination aus Baustein, Wissensspeicher und E-Learning zeigt die vielfältigen Facetten von Plastik auf.

3. Sitzung - Themen und Gruppenfindung und TING-D

Inhaltlich gibt es einen Einblick in das Wechselverhältnis von Technik, Individuum, Natur, Gesellschaft und Demokratie (TING-D). Im zweiten Teil der 3. Sitzung werden dann die Semesterprojektgruppen gebildet. Dazu werden eigene Vorschläge von Teilnehmenden in Form von 1 minütigen Elevator Pitches vorgestellt.

4. bis 6. Sitzung - Drei rotierende Bausteine und Peer-to-Peer-Feedback

An diesen Terminen führt das Seminarteam die Grundbausteine (Technik als Problemlöser, Verantwortung&Kodizes, Das Produktivistische Weltbild) rotierend durch. Zusätzlich geben sich die Semesterprojektgruppen gegenseitig Feedback zu ihren Arbeiten.

7., 8. und 10. Sitzung - Baustein Durchführung von den Teilnehmenden

Die Semesterprojektgruppen führen jeweils einen bestehenden Baustein durch und reichen im Anschluss eine Kommentierung ein. Die Auswahl der Bausteine erfolgt in der 04. Sitzung. Näheres hierzu im Abschnitt Baustein Durchführung.

9. Sitzung - Arbeit, Gesellschaft und Gewerkschaft

Die Gewerkschaftssekretärin der IG-Metall kommt als Expertin ins Seminar. Mit ihr gemeinsam diskutieren wir über das Thema Arbeit und wie diese gestaltet werden kann.

11. Sitzung - Gender, Diversity und Technik

Neben einem Gastvortrag, welcher für das Thema sensibilisieren soll, wird von drei Semesterprojektgruppen jeweils der Gundbaustein "Gender, Diversity und Technik" durchgeführt.

12. bis 14. Sitzung - Präsentation der Semesterprojekte

Dies ist die Generalprobe und erste öffentliche Präsentation der eigenen Semesterprojekte. An diesen Tagen besteht Anwesenheitspflicht.

15. Sitzung - Gemeinsamer Abschluss

Rückblick auf das gesamte Semester und Markt der Möglichkeiten, auf dem sich die verschiedenen Semesterprojekte vorstellen.

Ende Juli/Februar - Finale Dokumentation

Abgabe der finalen Dokumentation der Semesterprojekte.


Hinweis

Am Ablaufplan kann sich kurzfristig immer wieder etwas ändern. Das Seminar findet in der Regel von 10 bis 14 Uhr statt.

Der Kalender wird sukzessive aktualisiert - insbesondere in den Semesterferien kann hier auch noch der Kalender vom vergangenen Semester stehen. Spätestens in der ersten Semesterwoche ist der Kalender aktualisiert - bis dahin ist alels mit Vorsicht zu genießen.

#

Datum

H 3006

H 3007

H 3004

01

15. Oktober 2019

Einführungsveranstaltung in H 3006
das ganze Seminar-Team

02

22. Oktober 2019

Plastikzeitalter
Theresa

Plastikzeitalter
Marianne

Plastikzeitalter
Nora

03

29. Oktober 2019

TING-D und Themen- und Gruppenfindung im H3006

04

5. November 2019

Das Produktivistische Weltbild
Marianne

Verantwortung und Kodizes
Nora

Technik als Problemlöser!?
Theresa

XX

12.11.2019

Erste Abgabe des Lernjournals und Frist für Prüfungsanmeldungen.

05

12. November 2019

Das Produktivistische Weltbild
Marianne

Verantwortung und Kodizes
Nora

Technik als Problemlöser!?
Theresa

06

19.November 2019

Das Produktivistische Weltbild
Marianne

Verantwortung und Kodizes
Nora

Technik als Problemlöser!?
Theresa

07

26. November 2019

Energy in Motion A
Energy in Motion B

Technik als Droge
To fly or not to fly

Suffizienz - Wege zum Verzicht
Mobilitätskonzepte der Zukunft

08

3. Dezember 2019

Diversity, Gender & Technik

Diversity, Gender & Technik

Diversity, Gender & Technik

09

10. Dezember 2019

Bau(m)stein
Geschichte der TU Berlin

Stadt der Zukunft
Lobbykritische Stadtführung

Kaffee - der Fluch der Bohne
Indoor Farming - eine nachhaltige Zukunft der Landwirtschaft?!

10

17. Dezember 2019

Arbeit, Gesellschaft und Gewerkschaft
Automatisierung vs. gute Arbeit

Arbeit, Gesellschaft und Gewerkschaft
Demokratisierung der Arbeitswelt

Arbeit, Gesellschaft und Gewerkschaft
Eine kurze Geschichte der Zeit

11

7. Januar 2019

frei

frei

frei

12

14. Januar 2020

Semesterprojekt
Semesterprojekt

Semesterprojekt
Semesterprojekt

Semesterprojekt
Semesterprojekt

13

21. Januar 2020

Semesterprojekt
Semesterprojekt

Semesterprojekt
Semesterprojekt

Semesterprojekt
Semesterprojekt

XX

28.01.2020

Finale Abgabe der Lernjournale.

14

28. Januar 2020

Semesterprojekt
Semesterprojekt

Semesterprojekt
Semesterprojekt

Semesterprojekt
Semesterprojekt

15

4. Februar 2020

Abschlusssitzung

Abschlusssitzung

Abschlusssitzung

XX

14.02.2020

Finale Abgabe der Dokumentation der Semesterprojekte

Am Ablaufplan kann sich kurzfristig immer wieder etwas ändern. Das Seminar findet in der Regel von 10 bis 14 Uhr statt.



Einstiegssitzung des Seminars

Die Einstiegssitzung in das Blue Engineering Seminar an der Technischen Universität Berlin hat zwei Ziele. Zum einen die Teilnehmenden mit den Inhalten vertraut zu machen und zum anderen lernen sie viele andere Teilnehmende durch die interaktiven Arbeitsphasen und Rotationen kennen. Der Einstiegsbaustein besteht aus den Bausteinen “Katzenvideo - Materielle und Soziale Voraussetzungen von Technik”, sowie einem Kurzvortrag mit anschließender Diskussion durch den_die Fachgebietsleiter_in und einem Kurzvortrag, der die Eckdaten des Seminars vorstellt.

Anmeldung zum Seminar

Über unsere Seite bei ISIS TU Berlin oder, falls ihr von einer anderen Uni seid, per E-Mail.


Allgemeine Informationen zum Seminar

Informationen für alle, die an der Einführungsveranstaltung nicht teilgenommen haben

Wer noch noch nicht an der Einführungsveranstaltung teilgenommen hat, hat die Chance trotzdem noch ins Seminar einzusteigen. Allerdings haben wir eine Kapazitätsgrenze. Meldet euch bitte über das Nachanmeldeformular bei ISIS an, denn wenn der ISISKurs voll ist, können wir leider keine Teilnehmende mehr aufnehmen. Um euch die wichtigen Informationen, die ihr verpasst habt mitteilen zu können, kommt bitte zur nächsten Sitzung schon um 09:45 Uhr in den Raum H 3006 im Hauptgebäude der TU Berlin. Dort werden wir euch die Informationen, die ihr zur Teilnahme, Anmeldung, Inhalt und so weiter benötigt mitteilen.

Seminar Barcamp im Anschluss an das Seminar

Nach der Seminarsitzung werden wir mit allen von euch, die Lust haben, ins A-Café gehen. Diese Chance könnt ihr nutzen, um euch und uns besser kennenzulernen - zugleich könnt ihr schauen, wer vielleicht ein ähnliches Thema wie ihr bearbeiten möchte.

Werkzeuge

Die beiden Werkzeuge, die wir letzte Sitzung vorgestellt haben: „Voraussetzungsketten der Technik“ und „Kompass der Verantowrtung“ werden das ganze Seminar über relevant bleiben und sind Reflexionsgrundlage für eure Lernjournale. Die Werkzeugkarten sind für euch (jede Sitzung) zum Mitnehmen und Arbeiten – für diejenigen, die sie nicht mitgenommen haben, werden wir sie nächste Woche nochmal dabeihaben.

Produktivistisches Weltbild

Einige haben das Buch schon erworben, wir haben es nächste Woche auch wieder dabei! Wir bitten euch, es für die Sitzung am 5.11 gelesen zu haben. Aus Erfahrung macht sich das in der analogen Version besser!

Thema für diese Sitzung: Plastik

Im Plastik-Baustein wird sich im weitesten Sinne mit Plastik auseinandergesetzt. Dazu zählen die Auseinandersetzung mit Plastik als Technik, die sowohl in die Natur als auch in das Leben des Menschen eingreift, als auch die die darüberhinaus gehende Frage wie sich Gemeinwesen organisieren und Entscheidungen für und wider den Einsatz einer Technik entscheiden und wer in diese Prozesse eingebunden ist. Der Baustein wirft folglich einige grundlegende Fragen auf, die im Verlauf des Blue Engineering Seminars immer wiederkehren: Wie geht man mit negativen Folgen einer Technik um? Wer hat die Verantwortung für negative Folgen von Technik? Wer sollte deshalb darüber entscheiden? Unter welchen Umständen ist es geboten auf technischen Fortschritt zu verzichten? Wie wird in der Gesellschaft technischer Fortschritt legitimiert? Dies wird anhand eines Debattierspiels aufgezeigt. Der Wissensspeicher versteht sich eher als eine nicht vollständige Sammlung von Themen, die unmittelbar oder mittelbar mit dem Thema Plastik in Verbindung stehen: Die Eigenschaften verschiedener Kunststoffarten, Produkte die aus verschiedenen Kunststoffen hergestellt sind, die Probleme, die Kunststoff im Meer hervorruft und auch mögliche Lösungen für die Zukunft, die Abseits vom völligen Verzicht für die Nutzung von Plastik bestehen.